Laser

Lasersicherheit in der Arztpraxis

Egal ob der erste Laser gekauft werden soll oder die Praxis bereits Erfahrung mit Lasern hat: Sicherheit geht vor und sollte ganz am Anfang bedacht werden. Die Sicherheit herzustellen und zu gewährleisten ist häufig auch ein Kostenfaktor, der im Preis des Lasers nicht auftaucht.

Es gibt einige Dinge, die es zu beachten gilt und einige leicht zu vermeidende Fallen, die gerade dem erfahrenen Nutzer zum Verhängnis werden können.

Zum einen ist das die schriftliche Bestellung eines Laserschutzbeauftragten, wenn Laser der Klasse 3 oder 4 in der Praxis existieren. Dies gilt auch, wenn die Laser nicht genutzt werden. Dies kann der nutzende Arzt sein, muss es aber nicht, wichtig ist hier die schriftliche Bestellung. Die dazu notwendige Sachkunde kann in einem eintägigen Kurs erworben werden. Manche Hersteller bieten an, die notwendige Sachkunde im Rahmen der Einweisung zu vermitteln und zu bescheinigen. Laser der Klasse 4 sind auch bei der zuständigen Berufsgenossenschaft anzumelden.

Räume, in denen Laser der Klasse 3 bzw. 4 genutzt werden sind entsprechend zu kennzeichnen: Dafür gibt es Aufkleber und Schilder, die häufig mitgeliefert werden. Fragen Sie danach.

Die Laserklasse ist immer auf dem Gerät und in der Anleitung zu finden. Je höher die Laserklasse (zwischen 1 und 4) desto größer ist die Gefahr, welche vom Laser ausgeht. Als Daumenregel kann man sich merken: Laserklasse 1 stellt keine Gefahr dar (Beispiel Laserpointer oder CD Player), Laserklasse 2 nur unter besonderen Umständen eine Gefahr für das Auge, Laserklasse 3 ist für ungeschützte Augen und unter Umständen für die Haut gefährlich, Laserklasse 4 kann in Augen, Haut und Gewebe drastische Schäden verursachen. Mit wenigen Ausnahmen haben medizinische Laser die Klasse 3 oder 4. Die Wechselwirkung mit dem Gewebe und i.a. auch die gezielte Schädigung begründen ja den medizinischen Nutzen des eigensetzen Lasers. Manche Geräte sind derart aufgebaut, dass sie im normalen Betrieb in eine niedrigere Klasse fallen oder sogar keine Klasse benötigen.

Bei der Planung des Schutzes sind drei Personengruppen zu bedenken: Der Patient, die Behandelnden und unbeteiligte Dritte. Überraschend ist vielleicht die Gruppe „Dritte“. Sofort verständlich ist, dass niemand mitten in einer (Laser) Behandlung die Türe öffnen darf und so sich selbst und andere gefährdet. Dazu werden Laserwarnlampen an den Türen angebracht und es gibt die Möglichkeit, Türschalter zu installieren, welche den Laser bei Türöffnung ausschalten.

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Kritischer kann unter Umständen die Gefährdung von Menschen außerhalb der Praxis sein. Wenn Fenster zu einem anderen Gebäude öffnen oder sogar auf Straßenniveau sind, kann eine Gefährdung von Passanten vorliegen. Hier ist entweder die Nutzung eines fensterlosen Raumes ratsam, anderenfalls sollten entsprechende Laserschutzvorhänge angebracht werden.

Die meisten medizinischen Laser sind nur auf geringe Entfernungen im Sinne der Anwendung wirksam. Es gibt aber durchaus Lasersysteme, welche auch auf größere Entfernungen eine Gefahr speziell für die Augen sein können. Dabei ist zu beachten, dass die Laserstrahlung unsichtbar sein kann.

Die allermeisten medizinischen Lasergeräte verwenden zwei Laser: Einen Laser, der mit hoher Energie arbeitet und der die medizinische Wirkung hat („Wirkungslaser“ z.B. Tattooentfernung). Einen zweiten Laser, meistens in rot, der mit geringer Energie arbeitet und der das Zielen ermöglichen soll („Pilotstrahl“). Der „Wirkungslaser“ darf nicht mit dem „Pilotstrahl“ verwechselt werden, welcher häufig rot ist. Der „Wirkungslaser“ kann für das menschliche Auge unsichtbar sein. Dies bedeutet auch, dass der Laser den Augenschließreflex nicht auslöst. Da die Laserschutzbrille auf die Wellenlänge des Wirkungslasers abgestimmt ist, ist nicht wahrscheinlich, dass das Personal den Laser ebenso nicht sehen kann. So werden die Augen geschützt, es erfordert aber erhöhte Aufmerksamkeit aller Beteiligten.

Dies bringt uns zu den Laserschutzbrillen. Sie sind ein wichtiger Teil der persönlichen Laserschutzausrüstung. Wichtig hier: Wenn ein neuer Laser gekauft wird sind neue Laserschutzbrillen notwendig.

Laserschutzbrillen müssen sowohl auf die Wellenlänge als auch Betriebsart des Lasers abgestimmt sein. Laserschutzbrillen altern und dürfen keine Kratzer haben. Wem die Brillen der Hersteller zu teuer vorkommen oder das Design nicht ansprechend ist, kann sich mit etwas Suchen bei Anbietern für wissenschaftlichen Optikbedarf oder direkt bei Laserschutzbrillenherstellern erkundigen (z.B. Thorlabslaservision). Laserschutzbrillen sind aber nicht preiswert zu haben (150€ und aufwärts, abhängig von der Wellenlänge und Schutzklasse, auch geschliffen zu bekommen) und es müssen immer ausreichend zur Verfügung stehen. Das schließt Patient, Besucher, Angehörige, Helfer und Anwender ein.

Grundsätzlich ist zu sagen, dass Lasersicherheit in der Praxis möglich ist. Die Anbieter sind sich des Problems bewusst und sind i.d.R. darauf vorbereitet den Arzt und das Praxisteam entsprechend zu unterstützen. Fragen Sie den Hersteller frühzeitig nach Unterstützung und Beratung. Die Antwort auf die Frage nach der Sicherheit ist auch ein Indikator für einen guten Anbieter.

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