Knochendichtemessgeräte

Knochendichtemessgeräte werden primär zur Diagnose von Osteoporose, Knochenstoffwechselstörungen, der Verlaufs-Beurteilung einer Osteoporose-Therapie aber auch zur Prognose zukünftiger Frakturen eingesetzt. Als Standard haben sich hierbei DXA-Geräte herauskristallisiert. Alternativ kann die Knochendichtemessung auch in einem CT/QCT veranlasst werden. Ultraschall-Messgeräte eignen sich hingegen maximal für das Screening, nicht jedoch für die konkrete Beurteilung der Knochenstärke. Hier können Sie Knochendichtemessgeräte kaufen und sich weiter informieren. Stellen Sie einfach eine kostenlose Kaufanfrage und wir melden uns innerhalb von 24 Stunden bei Ihnen.

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Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Knochendichtemessgerät?

Ein Knochendichtemessgerät wird zur nicht invasiven Knochendichtemessung eingesetzt. Die Knochendichte bestimmt sich durch den Mineraliengehalt, allen voran Calcium, und kann ein wichtiger Indikator für Osteopenie (eine Vorstufe), Osteoporose, zukünftiges Fraktur-Risiko aber auch Knochenstoffwechselstörungen sein. Der Knochenmineraldichtetest (BMD-Test) kann mit Hilfe verschiedener Techniken und an unterschiedlichen Körperstellen durchgeführt werden. Durchgesetzt hat sich primär die Dual-Energy-Röntgenabsorptiometrie (DXA, DEXA-Scan), welche an biologisch relevanten Stellen (primär Hüfte und Wirbelsäule, sekundär Unterarm, Ferse) durchgeführt wird. Daneben gibt es noch die strahlungsintensive quantitative Computertomographie (QCT) und das strahlungsfreie quantitativen Ultraschallverfahren (QUS).

Info: Als international anerkannt gelten die Osteoporose-Kriterien der WHO. Demnach handelt es sich um Osteoporose, wenn der gemessene T-Score weniger als -2,5 beträgt. In einigen Fällen wird auch der Z-Score zu Rate gezogen, welcher die Knochendichte des Patienten mit einem normalen Wert für eine Person gleichen Alters und Geschlecht vergleicht.

Stationäre und mobile DXA-Geräte

Die am häufigsten zur Dual-Energy-Röntgenabsorptiometrie eingesetzten Knochendichtemessgeräte sind DXA-Geräte. Dieses Verfahren wird auch von der DVO in deren Leitlinien 2014 präferiert: Das von der Leitliniengruppe empfohlene Standardverfahren zur Knochendichtemessung ist die Osteodensitometrie mittels der „Dual-X-Ray-Absorptiometrie“ (DXA) an der Lendenwirbelsäule und am proximalen Femur.

Diese Knochendichtemessgeräte senden zwei Röntgenstrahlen aus, ein energiereichen und ein energiearmen. Der DXA-Scanner misst die Strahlungsdurchlässigkeit der Knochen, welche abhängig von der Dichte des Knochens ist. Auf Grundlage der Daten beider Röntgenstrahlen kann die Knochendichte vom Arzt bestimmt werden.

Die DEXA-Scanner unterteilen sich in stationäre und periphere Geräte. Stationäre Knochendichtemessgeräte röntgen üblicherweise die gefährdete Stellen wie Hüfte, Lendenwirbelsäule und/oder des Schenkelhalses. Dies liegt darin begründet, da in jenen Bereichen das Knochenbruch-Risiko bei Personen mit Osteoporose besonders erhöht ist. Auch kann die Knochendichte in Hüfte und Wirbelsäule die Wahrscheinlichkeit zukünftiger Frakturen in anderen Knochen prognostizieren. Ähnlich wie bei einem herkömmlichen Röntgensystem mit Buckytisch, liegt der Patient auf einem flachen Patiententisch, während der Röntgenarm/Röntgenquelle über ihm hängt. Diese Geräte sind teurer als mobile, nehmen relativ viel Platz ein sind jedoch wesentlich strahlungsärmer als ein QCT.

Periphere DXA-Knochendichtemessgeräte (PDXA) sind kleiner und führen die Messung an Ferse (Calcaneus), Handgelenk oder Finger durch. Sie sind weniger empfindlich als zentrale DXA-Geräte, eher ungeeignet für die exakte Bestimmung von Osteoporose und dienen eher dem Screening. Das Screening kann als erster Schritt für eine möglicherweise weiterführenden Knochendichtemessung angesehen werden. Dafür sind sie günstiger und nehmen weniger Platz in Ihrer Praxis ein. Achten Sie vor dem Kauf auf die verwendete Bildgebungstechnologie, denn viele der mobilen Knochendichtemessung-Geräte nutzen Ultraschall statt Röntgen.

Osteosonographie-Geräte - Quantitative Ultraschallmessung

Quantitative Ultraschallverfahren (QUS) zur Bestimmung der Knochendichte sind umstritten und sollten maximal dem Screening dienen. Zur Identifikation von Patienten, die eine tiefgehendere Untersuchung benötigen, kann so ein peripheres Gerät für Ihre Praxis jedoch sinnvoll sein. Es sollte nicht zur Wirksamkeitsuntersuchung von Osteoporose-Medikamenten genutzt werden. Die Ermittlung der Knochendichte basiert hier auf Steigung der frequenzabhängigen Dämpfung (oder der Breitband-Ultraschalldämpfung: BUA) und der Schallgeschwindigkeit (SOS). Diese Parameter müssen hinsichtlich der Zuverlässigkeit und Reproduzierbarkeit jedoch kritisch beäugt werden. Hinzu kommt, dass die Messergebnisse nicht immer geräteübergreifend miteinander verglichen werden können.

Untersuchungspunkte beim quantitativen Ultraschall-Knochendichtemessgeräten sind meist Ferse, Finger, Unterarm oder Schienbein. Als Vorteil erweist sich wie bei allen Sonographiegeräten die fehlende und gesundheitsgefährdende Röntgenstrahlung. Ebenso ist der Anschaffungspreis günstiger, wobei dieser zugunsten Ihrer Patienten nicht im Vordergrund stehen sollte.

Problematisch bei Ultraschall-Knochendichtemessgeräten ist, dass die Messergebnisse nicht geräteübergreifend miteinander verglichen werden können.

Quantitative und periphere Computertomographie (QCT)

Die quantitative Computertomographie wird in einem CT-Gerät durchgeführt und kann ebenfalls als Knochendichtemessgerät fungieren. Hier kann sogar eine separate Messung von Spongiosa und Kortikalis vorgenommen werden. QCT-Geräte werden primär als Ganzkörperscanner zur Messung des gesamten Körpers eingesetzt. Das Verfahren ist bestens geeignet, um einen frühen Verlust an trabekulärem Knochen der Wirbelsäule zu entdecken. Doch auch hier sind einige Nachteile anzuführen:

  • hohe Strahlenbelastung (100 – 300 mRem)
  • hohe Anschaffungskosten
  • für Verlaufskontrollen nur eingeschränkt geeignet

QCT-Geräte sind strahlungsintensiver als DXA. Ein sogenanntes HR-QCT (hochauflösendes CT) kann neben der Erfassung der Knochendichte sogar Bereiche der Mikroarchitektur des Knochens erfassen.

PQCT-Geräte untersuchen mittels quantitativer Computertomographie periphere Körperstellen (Beine, Arme, Kopf). Diese bieten zwar eine dreidimensionale Darstellung der Knochenstruktur z. B. von Radius und Tibia dar und können bei speziellen Fragestellungen Antworten geben, doch lassen sich diese Ergebnisse nicht unkritisch auf das Gesamtskelett übertragen. Diese bodengebundenen Geräte sind etwas kleiner und günstiger als CT-Geräte.

Info: In dieser Untersuchung von Dr. Schulz und Prof. Dr. Rother [PDF Download] verglich man ein DVT-Gerät mit einem CT-Gerät im Rahmen einer Knochendichtemessung. Die quantitative Osteodensitometrie mit einem DVT ist analog der pQCT durchführbar. Ein geräteabhängiger Korrekturfaktor sowie (periodische) Kalibrierung müssten jedoch einbezogen werden.

Hersteller

Knochendichtemessgeräte Hersteller
Hersteller Produkte Gerätetyp
GE Lunar iDXA stationäres DXA-Gerät
Prodigy stationäres DXA-Gerät
Achilles EXPII mobiles Knochen-Ultraschallgerät
Hologic Horizon stationäres DXA-Gerät
Discovery stationäres DEXA-Gerät
Sahara mobiles Knochen-Ultraschallgerät
Medical Econet inus S mobiles Ultraschall- Knochendichtemessgerät (15 kg)
inus D stationäres DXA-Gerät
OsteoSys SONOST 2000 oder SONOST 3000 mobiles Ultraschall- Knochendichtemessgerät (8 kg)
DEXXUM T stationäres DEXA-Gerät
Excellus stationäres DXA-Gerät
Primus stationäres DXA-Gerät

Preise

Der Preis von einem Knochendichtemessgerät ist abhängig vom Gerätetyp. Ein DEXA-Ganzkörperscanner ist in der Regel teurer als ein Teilkörper-Fächerstrahler oder Punktstrahler. Ein peripheres Knochendichtemessung-Gerät ist wesentlich günstiger als ein zentrales/stationäres Gerät.

Preise von Knochendichtemessgeräten
Knochendichtemessgerät Preis¹
Inus D (Punktstrahler-System) 23.000
Excellus DEXA (Teilkörper-Fächerstrahl-System) 30.000
Primus DEXA (Ganzkörper-Fächerstrahl-System) 35.500
Ultraschall-Knochendichtemessgerät 5.000 - 10.000
¹ Richtpreise, neu, netto, in Euro, inkl. Lieferung, Installation und Geräteeinweisung

Bei gebrauchten Knochendichtemessgeräten können Sie mit einem Preisnachlass von etwa 20 % - 50 % rechnen. Unter Umständen kommt für Sie auch eine andere Form der Medizintechnik Finanzierung, wie z.B. Miete/Leihen oder Leasing in Betracht.

Strahlenschutz

Bei allen Röntgensystemen und damit auch bei einem DXA-Gerät wird gesundheitsgefährdende Röntgenstrahlung erzeugt. Da die Knochendichtemessung auch missbräuchlich durchgeführt werden kann, die Strahlenschutzkommission (SSK) spricht hier von „Lifestyle-Diagnostik“ (Nachweis des Rückgangs des abdominalen Körperfetts im

Rahmen einer Gewichtsreduktion oder zur Beobachtung des Muskelaufbaus beim Sport und

Bodybuilding), wurde die SSK damit beauftragt, ein kritisches Gutachten bezüglich des Strahlenschutzes von “Dual X-ray Absorptiometry”-Verfahren anzufertigen.

Liegt keine medizinische Indikation vor, so wie es bei der “Lifestyle-Diagnostik” der Fall ist, ist der Einsatz von Röntgen-Knochendichtemessgeräten unzulässig. Dies ist unabhängig davon zu betrachten, dass die Strahlenbelastung von DXA relativ gering ist. Im Vergleich zu einer herkömmlichen Röntgenaufnahme, ist die Strahlenexposition bei einem Knochendichtemessgerät deutlich geringer:

Strahlenbelastung der Röntgen-Knochendichtemessung
Untersuchungsmodalität Größenordnung und Wertebereich der

applizierten effektiven Dosis [µSv]

DXA: LWS 1-4 (Erwachsener) 0,2 – 15¹
DXA: Hüfte 1,5 – 10
DXA: Ganzkörper 1 – 10
VFA² 2 – 40
QCT (einschließlich HR-QCT) 100 – 3000
pQCT (einschließlich periphere HR-QCT) < 0,1 – ca. 10
Konventionelle Röntgenaufnahme (Ra) 10 – 2500
Konventionelle Ra: Lendenwirbelsäule in 2 Ebenen 600 - 1400
¹Bei älteren Geräten können Expositionen bis zu 70 Sv auftreten.
²Vertebrale Frakturanalyse (technische Erweiterung der DXA)

Hinsichtlich des Strahlenschutzes bei einer DXA sollte man mehrere Faktoren einbeziehen (Gerätetyp, Entfernung zum Knochendichtemessgerät, Akquisitionsparameter, Strahlenschutzvorkehrungen). Entscheidend für den Arzt/Personal ist jedoch das Nutzstrahlenfeld, welches vornehmlich am Patienten gestreut wird.

In jenem Dokument der SSK werden einige Anforderungen an den Strahlenschutz gestellt. Daraus ausgewählte Beispiele:

  • Schulungen und Einweisungen am Knochendichtemessgerät sind notwendig
  • Dosissparende Untersuchungsmodi sind vorzuziehen, wenn dies für die jeweilige Fragestellung als sinnvoll erachtet wird
  • Strahlenfeld sollte auf die zu untersuchende Körperregion beschränkt sein
  • Akquisitionsparameter sollten individuell auf den Patienten angepasst sein

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