Medizinische Laser kaufen

Laser haben sich über die vergangenen Jahre als fester Bestandteil in fast allen medizinischen Fachbereichen etabliert. Von der Anwendung in der Ophthalmologie zur Sehstärkenkorrektur, über kosmetische Eingriffe in der Dermatologie bis hin zum Einsatz als präzises Schneidwerkzeug in der Chirurgie - Laser sind vielseitig einsetzbar und aus der modernen Medizin nicht mehr wegzudenken. Dabei werden für die unterschiedlichen Behandlungen sehr unterschiedliche Lasertechnologien eingesetzt. So werden Erbium Laser, Alexandrit Laser, Excimer Laser hauptsächlich für äußere Anwendungen eingesetzt, während Nd:YAG Laser (auch YAG Laser genannt), Holmium Laser, Thulium Laser und CO2 Laser auch minimal Invasiv zum Einsatz kommen. Für viele Anwendungen werden heute auch Diodenlaser eingesetzt. Risiken und Nebenwirkungen begrenzen sich beim fachgerechten Einsatz von medizinischen Lasern auf ein Minimum und können durch gezielte Vorbereitung vermieden werden. Besondere Aufmerksamkeit sollte auf das Hautbild des Patienten gelegt werden, da Strahlungsintensität und Behandlungsdauer speziell auf den jeweiligen Hauttypen angepasst werden müssen. Eine intensive Schulung der jeweiligen Anwender im Umgang mit dem entsprechenden Laser ist daher ein wichtiger Schritt im Anschaffungsprozess.

Um den Kauf eines Lasers so durchsichtig wie möglich zu machen, bieten wir Ihnen mit unserem Service die Möglichkeit, eine informierte Entscheidung zwischen Vergleichsangeboten unterschiedlicher Hersteller zu treffen, die auf Ihre persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Die folgenden Informationen sollen Ihnen als Stützpfeiler dienen, um sich einen Überblick über medizinische Laser zu verschaffen.

Medizinische Lasertypen - Unterschiede und Anwendungsgebiete

Im medizinischen Bereich unterscheidet man für die verschiedenen Anwendungsgebiete zwischen unterschiedlichen Lasertechnologien. Dabei unterscheidet sich sowohl die Art des Mediums, das genutzt wird, um die nötige Energie zu übertragen, als auch die Anregungsart (kontinuierlich oder impulsiv) und Energieintensität. Lasertypen lassen sich grob in vier Segmente einteilen.

  • Festkörperlaser
  • Gaslaser
  • Halbleiter-Laser
  • Flussigkeit-/Farbstoff-Laser

Festkörperlaser - YAG-Laser und deren Dottierung

Festkörperlaser sind optisch angeregte Laser. Bei dieser Art von Laser wird ein Verstärkermedium aus Glas oder Kristall genutzt, welches laseraktive Ioden eines anderen Stoffes enthält. Die Konzentration dieser Ioden bezeichnet man als Dotierung und Ytterbium ist dabei eines der gängigen Dotierungsmaterialien. Eine der häufigsten Varianten des Festkörperlasers ist der YAG-Laser. Dieser hebt sich durch seine hohe Wärmeleitfähigkeit, die hohe Festigkeit und eine geringe Absorption von bspw. Glas-Lasern ab, ist allerdings auch entsprechend teurer.

Anwendung finden YAG-Laser beispielsweise in der Ophthalmologie zur Behandlung von Nachstar und in der Dermatologie zur Tattooentfernung bei blauer und schwarzer Tinte. YAG-Laser bzw. Festkörperlaser sind also sowohl für präzise Eingriffe, als auch für etwas flächendeckendere Einsätze geeignet. Der Nd:YAG mit seiner 1064 nm Wellenlänge ist seit langer Zeit etabliert und wird immer noch häufig gekauft. In vielen Bereichen, in denen nur niedrige Energien benötigt wird, wird er aber zunehmend von Diodenlasern verdrängt.

In der Urologie und Gastroenterologie werden überwiegend Holmium (Ho:YAG) Laser für die Steinzertrümmerung eingesetzt. Dabei kann dieser Laser auch für kleine chirurgische Eingriffe genutzt werden. Damit können z.B. bei Stenosen Harnleiter-Harnröhrenschlitzungen vorgenommen werden oder Kondylome behandelt werden. Hier bewähren sich die 2100 nm des Holmium. Er hat jedoch als gepulster Laser für viele Anwendungen Nachteile gegenüber CW (Dauerstrich) Lasern.

Gaslaser - CO2-Laser, Excimer Laser und Argon-Ionen-Laser

Bei Gaslasern hingegen werden die Elemente als aktives Medium genutzt, die bei Zimmertemperatur einen gasförmigen Zustand behalten. Beispiele dafür sind CO2-Laser, Argon-Laser oder auch Stickstofflaser. Während bei Festkörperlasern die Anregung auf optischer Basis erfolgt, geschieht dies bei Gaslasern meist durch kleine elektrische Gasentladungen. Diese variieren bei kontinuierlicher Anregung zwischen ein paar Milliamper und 100 A, bei einer Impulsanregung zwischen 100 A und 1000 A.

Zu den am häufigsten genutzten Gaslasern in der Medizin gehört der Argon-Ionen-Laser. Dieser wird in der Ophthalmologie als Teil der Glaukombehandlung eingesetzt, um durch sehr feine punktuelle Verbrennungen des Gewebes für einen besseren Abfluss des Kammerwassers zu sorgen. Excimer Laser stellen Wellenlängen im UV-Bereich zur Verfügung und werden in der Ophthalmologie (LASIK) und abgewandelt bei Psoriasis und zur Behandlung von Schuppenflechten eingesetzt. Dabei ist der Excimer bei vielen anderen Anwendungen auf dem Rückzug, da es preisgünstige Alternativen gibt.

Ebenso wird der CO2-Laser in der Chirurgie und Zahnmedizin verwendet, um berührungslos präzise Schnitte im Gewebe durchzuführen. Dabei ist nicht nur die hohe Präzision vorteilhaft, sondern auch die geringen Mengen an Blut, die bei einem Schnitt mit dem CO2-Laser entstehen. Darüber hinaus gilt der CO2-Laser als der populärster medizinische Laser und findet ebenfalls in der Kosmetik im Rahmen der Hautverjüngung Anwendung. Im Gegensatz zum Einsatz als Schneidewerkzeug wird der CO2-Laser bei der Hautverjüngung defokussiert, um ihn als Oberflächenlaser zu nutzen.

Diodenlaser - Kompakt und preiswert

Die vielseitigste Gruppe der Laser sind mit Sicherheit die Diodenlaser. Sie gibt es in vielen Wellenlängen, sie sind kompakter zu bauen und häufig als System preiswerter. Wichtig zu wissen: Diodenlaser gibt es in verschiedenen Wellenlängen, aber jeder einzelne Diodenlaser hat nur eine Wellenlänge (in Ausnahmen zwei, dann wird darauf aber gesondert hingewiesen). Die Klasse der Diodenlaser lässt sich auf der Diodenebene noch weit feiner strukturieren, doch ist dies meist für den Anwender von kleiner oder keiner Bedeutung. Diodenlaser sind im Allgemeinen preiswerter und kompakter, aber bieten auch häufig wesentlich schlechtere Strahlqualität und kleinere Leistungen. Dies muss nicht von Nachteil sein und so hat sich der Diodenlaser in vielen Bereichen auch durchgesetzt.

Diodenlaser funktionieren durch den Einsatz von Laserdioden, die zwar mit der Leuchtdiode verwandt, allerdings deutlich leistungsfähiger sind. Während so genannte Einzelemitter mit einer einzigen Laserdiode arbeiten, können ebenfalls Barren in Diodenlasern eingesetzt werden, in denen mehrere Einzelemitter auf einem Chipstreifen nebeneinander montiert sind und gleichzeitig betrieben werden. Durch das Stapeln solcher Barren lassen sich noch leistungsfähigere Diodenlaser erschaffen. Hierbei werden die einzelnen Barren zu einem Stapel zusammengefasst, in dem die Barren in Reihe geschaltet werden, um die Leistung des Diodenlasers zu erhöhen. Obwohl Diodenlaser im Allgemeinen preiswerter sind und durch ihre kompakte Bauweise, den hohen Wirkungsgrad und eine lange Lebensdauer einige Vorteile bieten, gibt es auch Nachteile in Form von schlechterer Strahlenqualität (besonders im höheren Leistungsbereich) und starker Strahldivergenz (ohne optische Korrekturen). Die Nachteile sind allerdings sehr anwendungsabhängig und kommen daher teilweise nicht zum Tragen.

In der Kosmetik wird der Diodenlaser schon seit Jahren für die dauerhafte Haarentfernung verwendet. Diodenlaser finden allerdings auch in der Zahnmedizin bei Parodontalbehandlungen Anwendung. Dabei werden Laser heute nicht nur in der Praxis durch den ausgebildeten Arzt eingesetzt, sondern kommen zunehmend auch im Beauty & Wellness Bereich zum Einsatz. So werden heute Laser zur Haarentfernung oder Akupunktur angeboten In jedem Fall müssen diese Geräte dem professionellen Anspruch genügen und als Medizingerät zugelassen sein.

Farbstofflaser - Funktionsweise und Betrieb

Bei dieser Art von Laser wird ein Farbstoff als aktives Medium genutzt, welcher in einer Flüssigkeit (wie z. B. Wasser oder Ethanol) gelöst ist. Durch die verschiedenen Farbstoff kann eine enorme Bandbreite des Spektralbereiches abgedeckt werden (300 nm bis 1200 nm). Während mehrere Megawatt im Einsatz als Pulslaser erreicht werden können, kann der Laser in Kombination mit cw-Betrieb ebenfalls als Dauerstrich-Laser eingesetzt werden. Da im Laufe der Zeit alternative durchstimmbare Lasertypen entwickelt wurden, die weniger aufwändig betrieben werden können und günstiger in der Herstellung bzw. Anschaffung sind (bspw. der oben genannte Diodenlaser), ist der Farbstofflaser in seiner Relevanz deutlich abgefallen.

In der Dermatologie haben sich im Laufe der Jahre Farbstofflaser im Pulsbetrieb etabliert und werden erfolgreich zur Behandlung von bspw. Feuermalen und initialen Hämangiomen eingesetzt.

Laserhersteller für verschiedene Lasertypen

Medizinische Laser beanspruchen ein weites Anwendungsgebiet für sich und werden in vielen Teilbereichen der modernen Medizin eingesetzt. Die Suche nach dem passenden Laser ist daher häufig kompliziert und der Markt sehr undurchsichtig. Während sich manche Hersteller auf Laser spezialisiert haben, die sich für viele verschiedene Behandlungen universell einsetzen lassen, haben andere den Fokus auf die Herstellung von speziellen Lasern gelegt, die für sich hervorragend für die Anwendung in einer bestimmten Behandlung eignen.

Medizintechnikmarkt unterstützt Sie bei der Suche nach dem passenden Laser für Ihre Praxis. Stellen Sie uns eine kostenlose Anfrage über unser Formular und holen Sie sich ganz unverbindliche Angebote von den passenden Herstellern für einen Preisvergleich ein.

Die nachfolgende Tabelle gibt Aufschluss über relevante Laserhersteller auf dem DACH Markt und dient als Übersicht und Anhaltspunkt für Ihre eigene Informationssuche. Aufgrund der Komplexität des Marktes und der Vielfältigkeit der Anwendungsfelder, sind hier allerdings nicht alle Laserhersteller zu finden. Für weitere Informationen rund um einen Hersteller können Sie sich allerdings jederzeit an unser Team wenden.

HerstellerLasertypenAnwendungsbereiche
A.R.C. Gaslaser
Diodenlaser
KTP-Laser
Ophthalmologie
Dental
Dermatologie
Ästhetik
Chirurgie
Gynäkologie
HNO
Veterinär
Alcon Festkörperlaser
Gaslaser
Diodenlaser
Ophthalmologie
Chirurgie
Asclepion Festkörperlaser
Gaslaser
Diodenlaser
Dermatologie
Ästhetik
Gynäkologie
Biolase Diodenlaser Dental
Biolitec   Urologie
HNO
Gynäkologie
Orthopädie
Ophthalmologie
Ästhetik
Kardiologie
Cynosure Festkörperlaser
Gaslaser
Diodenlaser
Farbstofflaser
Dermatologie
Ästhetik
Elexxion Diodenlaser Dental
Fotona Festkörperlaser Dental
Ästhetik
Chirurgie
Gynäkologie
GME Gaslaser
Diodenlaser
Dermatologie
Ästhetik
Inter Medic Gaslaser
Diodenlaser
Dermatologie
Ästhetik
Gynäkologie
Chirurgie
Urologie
Ophthalmologie
Intros Festkörperlaser
Gaslaser
Diodenlaser
Dermatologie
Ästhetik
Chirurgie
Quanta System Festkörperlaser
Gaslaser
Diodenlaser
Dermatologie
Ästhetik
Urologie
Chirurgie
Yoshida Gaslaser Dental
Zeiss Festkörperlaser
Diodenlaser
Ophthalmologie

Wie viel kosten medizinische Laser?

Die Kosten für einen medizinischen Laser variieren stark und können nicht vereinheitlicht dargestellt werden, da sich die Technologien von Anwendungsgebiet zu Anwendungsgebiet deutlich unterscheiden. Als Faustregel lässt sich allerdings festhalten, dass der Preis umso höher ausfällt, je präziser der Eingriff ist, der mit dem Laser durchgeführt wird. Während Tattoo- und Haarentfernungslaser schon für relativ günstige Preise erworben werden können, kosten Laser für den Einsatz in der Chirurgie meist schon ein vielfaches mehr und Laser für aufwendige und extrem feine Eingriffe in der Ophthalmologie gehören mit zu den teuersten Lasertechnologien auf dem Markt. Anzumerken ist dabei, dass medizinische Laser auch auf dem Gebrauchtmarkt gehandelt werden, wodurch sich die Anschaffungskosten drastisch reduzieren können. Ein gebrauchter CO2-Laser für parodontale Eingriffe kostet bspw. ca. die Hälfte im Vergleich zum Neugerät.

Wichtige Informationen zur Anschaffung medizinischer Lasern

Bei der Anschaffung von medizinischen Lasern gibt es darüber hinaus einige Punkte, auf die Sie achten sollten, da die meisten Lasertechnologien mit sehr spezifischen und umfangreichen Richtlinien und Schutzmaßnahmen einher gehen (zum Fachartikel über Lasersicherheit). Dabei gilt es insbesondere auf die Laserklasse der verschiedenen Laser zu achten. Ab Klasse 3R und höher ist ein Unternehmen dazu verpflichtet einen Laserschutzbeauftragten bereits vor der Installation zu ernennen. Dies muss schriftlich erfolgen und ist geregelt in der “Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung (OStrV)”. Des Weiteren müssen Geräte ab dieser Laserklasse ebenfalls bei der BGW und der Arbeitsschutzbehörde gemeldet werden. Professionelle Anwender (in Arztpraxen, Kliniken, Spa’s, Beauty Salons, etc.) müssen speziell geschult werden, bevor sie die Geräte nutzen dürfen. Dafür bieten die Hersteller oder deren Fachhändler spezielle Schulungen und Laserkurse an.

Damit die Sicherheit der einzelnen Laser auch gewährleistet werden kann, müssen fast alle Laser regelmäßig gewartet werden. Diese Wartung erfolgt in der Regel jährlich und soll helfen, die Lebenszeit des Laser zu verlängern, falsche Dosierungen zu korrigieren und Folgeschäden zu verhindern. Im Medizinproduktegesetz (MPG) ist diese geregelt und sollte unbedingt beachtet werden. Um sich bestmöglich abzusichern, macht es oft Sinn bei einer Wartungsfirma zu bleiben und von dieser einen regelmäßigen Sicherheitstest durchführen zu lassen.

Lasertherapiegeräte für die Heimnutzung sind häufig keine tatsächlichen Laser oder haben nur Placeboeffekte. Weder sollte ein Therapielaser von unqualifizierten Personen bedient werden, noch unter nicht absolut sicheren Bedingungen. Diese sind in einem normalen Haushalt praktisch nicht herzustellen. Daher sollten auch kein gebrauchtes Gerät für den “Hausgebrauch” zur Eigentherapie gekauft werden. Dies gilt auch und besonders für Enthaarungslaser. Diese Geräte sind in den falschen Händen gefährlich und können den Anwender oder Dritte ernsthaft schädigen.


Von wem kaufen Sie einen medizinischen Laser?

Grob kann man beim Kauf vier Fälle unterscheiden. Den Kauf:

  • eines gebrauchten Gerätes von Privat (also auch ein anderer Arzt)
  • eines runderneuertes Gerätes von einem Händler / Hersteller
  • eines Vorführgerätes
  • eines Neugerätes


Neugerät

Ein Neugerät ist original verpackt und wird Ihnen vom Hersteller oder einem zertifizierten Händler verkauft. Sie bekommen hier in jedem Fall eine Gewährleistung, Service und die Garantie, dass Ersatzteile weitere 10 Jahre zur Verfügung stehen.


Vorführgerät

Vorführgeräte oder Demogeräte sind mit Sicherheit die beliebtesten Geräte für den Kauf. Es handelt sich um Geräte die vom Hersteller oder Händler für Probestellungen oder Messen benutzt wurden, also nicht mehr original verpackt sind. Auf der anderen Seite wurden sie immer unter der Aufsicht eines Fachmannes genutzt, häufig nur wenige Stunden und entsprechen i.d.R. dem aktuellsten Stand der Technik. Diese Geräte sind häufig 20% preiswerter und sind ansonsten mit einem Neugerät vergleichbar. Diese Angebote sind selten und häufig sehr kurzfristig.


Runderneuertes Gerät

Diese Geräte werden von einigen (nicht allen) Herstellern oder Händlern angeboten. Es handelt sich um Geräte die vom Verkäufer bei einem Verkauf eines Neugeräts in Zahlung genommen wurden. Diese werden dann entweder verschrottet oder runderneuert und wiederaufbereitet. Diese sind häufig 30% bis 50% preiswerter als Neugeräte. Hier handelt es sich häufig um etwas ältere Modellreihen, also nicht dem aktuellsten Stand der Technik. Auf der anderen Seite kommen diese Geräte mit einer gewissen, häufig eingeschränkten, Gewährleistung.


Gebrauchtes Gerät

Hier fassen wir alle Geräte zusammen, die keine Gewährleistung mehr haben. Sei es weil der Händler sie nicht reparieren darf / kann, oder weil der Verkauf von Privat erfolgt. Diese Geräte können sehr viel preiswerter sein als ein Neugerät (10%-30% vom Neupreis). Dafür erhält man ein Gerät mit erheblichen Risiken bzgl. Restlaufzeit, Service und Anwendung. Diese Geräte sind häufig älter als 5 Jahre und entsprechen nur sehr selten dem Stand der Technik.


Zusammenfassung:

Gebraucht PrivatErneuert gebraucht durch HändlerVorführgerät durch HändlerNeugerät
Preis <50% 50-70 % 80 % 100 %
Stand der Technik ? 70-100 % 100 % 100 %
Gewährleistung 0 Jahre 1-2 Jahre 2 Jahre 2 Jahre
Ersatzteilverfügbarkeit abhängig von Lebenszyklus abhängig von Lebenszyklus min. 10 Jahre min. 10 Jahre
Ersatzgerät während Reparatur nein i. d. R. nein i. d. R. ja i. d. R. ja
Restlaufzeit 0-10 Jahre 5-10 Jahre 7-10 Jahre 8-12 Jahre
Zubehör gebraucht meist inkl. meist inkl. meist inkl.
Probestellung nein nein mit Ausnahmen ja ja

Welche Aspekte sind beim Laserkauf zu beachten:

Bevor die Suche nach einem Gerät beginnt sollte der potentielle Käufer für sich klären wofür es eingesetzt werden soll und was es können muss. Dabei sollte man sich noch nicht auf eine Technologie festlegen, sondern Eigenschaften, Anwendungen, Therapien oder zu behandelnde Krankheitsbilder festlegen. Diese kann man noch mit Fallzahlen oder Prioritäten versehen. Zum einen legt man so fest, wo man keine Kompromisse eingehen kann, zum anderen übersieht man keine gute Möglichkeit, weil man sich zu früh zu speziell festgelegt hat (Muss es wirklich ein Nd:YAG sein oder ist ein Diodenlaser mit 1064nm eine Alternative? Muss es ein Laser sein oder ist hier vielleicht HF besser?).


Dann sollte man einige Dinge für sich klären, welche vor allem das selber Gerät betreffen:

  • Wie lange soll es halten?
  • Wie häufig wird es eingesetzt?
  • Wie wichtig ist Optik?
  • Wie viel darf das Gerät in der Anschaffung und im Betrieb kosten?
  • Soll es finanziert werden?


Preis

Natürlich sollte der Preis eines gebrauchten Gerätes niedriger sein, als bei einem vergleichbaren Neugerät und jeder erwartet, dass das gebrauchte Gerät von einer Privatperson am günstigsten ist. Dies muss nicht immer der Fall sein. Zum einen wissen in der Regel weder Verkäufer noch Käufer was genau dieses Gerät Anteilig am Neupreis noch wert ist. Zum anderen kann ein Gerät mit einer neuen Technologie durchaus auch preiswerter oder vergleichbar sein. Ein Beispiel sind hier Diodenlaser, die heute häufig sehr viel preiswerter und flexibler sind als die eingesetzten Lasersysteme vor 5 oder 10 Jahren. Hier macht es Sinn sich nach dem Neupreis eines vergleichbaren Lasersystems zu erkundigen.


Alter und Zustand des Laser

Das Baujahr eines Gerätes ist nicht alles aber es gibt einen ersten Hinweis. So wird in Deutschland für ein Gerät 10 Jahre Ersatzteil Verfügbarkeit garantiert. Ist das Gerät also 5 Jahre alt, so gibt es mindestens noch weitere 5 Jahre die Möglichkeit Ersatzteile zu bekommen. Man sollte kurz im Internet recherchieren ob es die Firma noch gibt. Manchmal verschwinden die Hersteller durch Verkauf oder Insolvenz. Dies ist selten aber sehr ärgerlich wenn man es erst nach dem Kauf herausfindet.


Der Zustand eines Lasers lässt sich nur selten von außen beurteilen, doch es gibt einige Eckpfeiler, die Sie überprüfen sollten. Alle von außen erreichbaren Kabel dürfen keine Risse zeigen. Die Oberflächen müssen frei von groben Verschmutzungen oder Abrieb sein (z.B. mögliche Tastaturen oder Knöpfe). Alle Beschriftungen müssen erkennbar und lesbar sein. Die Leistungsdaten der letzten Leistungsmessung sollten verfügbar, sowie vergleichbar (weniger 10% Abweichung) mit den Leistungsdaten aus dem Handbuch sein. Wenn es keine Leistungsdaten gibt ist das ein sehr schlechtes Zeichen. Hier sollte der Verkäufer eine neue Leistungsmessung in Auftrag geben. Ist das Gerät betriebsbereit und ist in den letzten 12 Monaten eine Sicherheitstechnische Prüfung durchgeführt worden? Wann ist das Gerät das Letzte mal gewartet worden? Wie viele Behandlungen wurden mit dem Gerät durchgeführt? Wie viele Pulse erzeugt? Gibt es Verbrauchsmaterial im System (z.B. Blitzlampen, Filter)? Wie lange werden diese noch halten und was kostet der Ersatz und Austausch. Ein Blitzlampenaustausch z.B. kostet je nach System mehr als 1000€.


Laser-Eckdaten (Stromaufnahme, Kühlung)

Kann das System problemlos in Ihrer Praxis aufgestellt und angeschlossen werden? Das umfasst z.B. die Stromversorgung. Manche Lasersysteme benötigen 400V Versorgungsspannung. Ist diese in Ihrer Praxis vorhanden oder muss diese noch verlegt werden? Dies kann schnell einige tausend Euro kosten. Wie viel Leistung benötigt das System? Ist Ihr Sicherungskasten und Ihrer Elektrik darauf ausgelegt? Benötigt das Gerät besondere Kühlung, Wasseranschluss (sehr selten), Zugang nach außen und ist dies in Ihrer Praxis möglich? U.U. muss dies mit dem Vermieter geklärt werden.


Dokumentation von Service und Leistungen

Da es sich um ein professionelles Medizingerät handelt müssen einige Dokumente vorliegen und ordnungsgemäß geführt sein. Dies umfasst: Alle STK, Leistungsmessungen, Services, Reparaturen oder sonstige Modifikationen. Dies muss alles im Medizingerätebuch (Logbuch) lückenlos aufgeführt sein. Fast vollständig heißt es fehlt was.
Dazu gehört auch eine Gebrauchsanweisung in der Sprache der Anwender. Bedeutet in der Regel eine vollständige Gebrauchsanweisung in deutsch. Liegt diese nicht vor, so kann das Gerät nicht sicher betrieben werden. Es ist nicht selbstverständlich, dass Hersteller oder Händler Gebrauchsanweisungen zur Verfügung stellen. Fragen Sie also vor dem Kauf nach. Heißt auch: Ohne Logbuch oder Gebrauchsanweisung kein Kauf.

Zubehör

Zu einem Laser gehört auch immer Zubehör. Dies ist die persönliche Schutzausrüstung für den Behandelnden, für den Patienten und für Dritte im Raum. Laserbrillen dürfen nicht verkratzt sein und haben IMMER die Wellenlänge und die Schutzklasse auf dem Glas. Fehlen diese Angaben sind diese Brillen unter keinen Umständen zu nutzen. Vertrauen Sie bei der Sicherheit Ihrer Augen und die Ihrer Mitarbeiter und Patienten nicht dem Versprechen eines Dritten. Als Betreiber eines medizinischen Lasers sind Sie für die Sicherheit verantwortlich. Hier keine Kompromisse und lieber neue Laserschutzbrillen kaufen (einige hundert Euro). Für weitere Informationen zum Laserschutz gibt es einen kleinen Artikel auf medizintechnikmarkt.de.

Dann gehört noch zum Laser:

  • Fußschalter
  • Netzkabel
  • evtl. Handstücke
  • evtl.Aufsätze
  • evtl. Laserkühlung (bei alten Geräten manchmal ein eigenes Gerät)
  • evtl. Kaltluftquelle
  • evtl. Absaugung (beim CO2 auf jeden Fall!)
  • Warnschild
  • evtl. Ersatz für Verbrauchsmaterialien (z.B. Filter, Blitzlampen)
  • Möglichkeit einer Probestellung / Bedienerfreundlichkeit


Bei gebrauchten Geräten ist eine echte Probestellung in der eigenen Praxis sehr unüblich. Aber bei der Besichtigung sollte das Gerät in Betrieb genommen werden und geprüft werden ob man das Gerät bedienen kann. Spätestens hier sollte man sich klar machen, dass es sich i.d.R. um einweisungspflichtiges Gerät handelt und man damit noch Jahre arbeiten muss. Der geringste Zweifel sollte vom direkten Kauf abhalten.

Nach dem Kauf

Bevor Sie den Laser in Betrieb nehmen, müssen Sie eine STK durchführen lassen. Sie müssen den Laser bei Ihrer Berufsgenossenschaft und der zuständigen Landesbehörde anmelden. Wenn Sie noch keinen Laserschutzbeauftragten haben sollten Sie einen Laserschutzkurs buchen und einen Laserschutzbeauftragten benennen. Soweit noch nicht geschehen bringen Sie die notwendigen Laserschutzmaßnahmen an und schulen Sie Ihr Personal.
Wenn Sie einen gebrauchten Laser besichtigen, drucken Sie sich unsere kostenlose Checkliste aus um keinen Punkt zu vergessen.

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