Sterilisatoren und Autoklaven kaufen

Der Autoklav ist der weitverbreitetste Sterilisator-Typ in Praxen jedweder Fachrichtung und das aus gutem Grund. Er sterilisiert mit feuchter Hitze, welche wirksamer bei der Unterbindung von Infektionen durch kontaminierte Medizinprodukte ist, als andere Sterilisationsverfahren. Da hier heißer Wasserdampf zum Einsatz kommt, wird er auch Dampfsterilisator genannt. Hier erfahren Sie, worin sich medizinische Autoklaven unterscheiden können, mit welchen Kosten Sie rechnen ungefähr rechnen können und vieles mehr. Alternativ können Sie direkt hier eine kostenlose Kaufanfrage stellen. Wir melden uns innerhalb von 24 Stunden bei Ihnen!

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Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Autoklav?

Ein Autoklav (Dampfautoklav) ist ein gasdicht verschließbarer Druckbehälter aus Metall, der mit einem physikalischen Verfahren (thermisch) das Sterilisiergut im Überdruckbereich maschinell sterilisiert. Meist wird im Rahmen der Instrumentenaufbereitung ein Dampfdrucksterilisator verwendet, um Medizinprodukte mittels feuchter Hitze sicher von jeglichen Mikroorganismen zu befreien.

Der Autoklav wird häufig als Synonym für einen Sterilisator verwendet, da er für einen Großteil der Anwendungszwecke geeignet ist und effektiv sterilisiert. Daneben gibt es aber auch Sterilisatoren, die nicht mit Dampfdruck, sondern mit Gas (Gassterilisatoren) oder Heißluft (Heißluftsterilisatoren) sterilisieren.

Autoklaven werden nicht nur in der Medizintechnik- und Labor-Branche eingesetzt. Weitere Einsatzbereiche sind z. B. die Lebensmittelindustrie, die Pilzzucht oder der Privatbereich (Babyartikel).

Bedeutung und Aufgaben von Sterilisatoren

(Minimal-) Invasive Eingriffe stehen in vielen Praxen, Krankenhäusern und Kliniken auf der Tagesordnung. Bei jedem dieser Eingriffe kommen Medizinprodukte (MP) zum Einsatz, die die Haut oder Schleimhaut des Patienten durchdringen. Da diese Produkte wiederverwendet werden, birgt dies ein hohes Infektionsrisiko für nachfolgende Patienten.

Der Autoklav hat die Aufgabe, alle auf dem Sterilisiergut befindlichen Mikroorganismen (Bakterien, Pilze, Viren, Prionen, Endosporen usw.) abzutöten und so mögliche Infektionen von Patienten oder Personal zu verhindern. Das Autoklavieren erfolgt in der Regel durch thermische Einwirkung, dementsprechend können nur thermostabile Medizinprodukte sterilisiert werden.

Bei der thermischen Sterilisation wird zwischen trockener Wärme und feuchter Wärme unterschieden. Wollen Sie einen Autoklav kaufen wollen, dann empfiehlt sich eher einer mit feuchter Wärme, denn Krankenhausinfektionen können nur mit feuchter Wärme sicher unterbunden werden. Das RKI empfiehlt das Standardverfahren mit einem Dampfsterilisator durchzuführen, da dieser unabhängiger von Einflussfaktoren ist.

Hinweis: Eine reproduzierbare Sterilisation nach Vorschrift ist nur durch gute Reinigungsarbeit mit einem Thermodesinfektor möglich!

Wie funktioniert ein Autoklav? Die Dampfsterilisation

Die Dampfsterilisation, auch feuchte Hitze genannt, mit einem Autoklav ist das in Praxen und Krankenhäusern übliche Verfahren für zu sterilisierende Medizinprodukte. Es ist für dieses Umfeld das verlässlichste und einfachste Sterilisationsverfahren. Dabei wird der Dampf komprimiert in Kontakt mit dem Sterilgut gebracht. Erreger werden durch die bei der Kondensation entstehende Hitze über die Zeit zerstört. Dabei gilt: je niedriger die Temperatur, desto länger muss diese aufrecht gehalten werden.

Der Druck und die Temperatur sind dabei voneinander abhängig. Üblich sind 121 °C / 2 Bar, welche für 15 min aufrecht gehalten werden, oder 134°C / 3,2 Bar, welcher für 3 min aufrecht gehalten wird. Nicht alle Medizinprodukte können bei 134°C sterilisiert werden, weil die verwendeten Materialien des Gerätes oder der Verpackung für diese Temperatur nicht zugelassen sind. Die Verpackungen der Geräte müssen in jedem Fall für die Dampfsterilisation zugelassen sein.

Für eine effektive Dampfsterilisation wird die Atmosphäre aus der Sterilisationskammer gepumpt, ein Vakuum entsteht. Um eine vollständige Sterilisation aller Teile zu gewährleisten, müssen die Geräte weit möglichst auseinander genommen und alle Hohlräume geöffnet sein. Im Anschluss wird mit Druck Dampf zugeführt, der nun in alle Hohlräume und alle Oberflächen erreicht. Im Prinzip funktioniert ein Dampfsterilisator nach demselben Prinzip wie ein Schnellkochtopf.

Vereinfacht dargestellt durchläuft das Sterilisationsverfahren in einem Autoklaven folgende drei Schritte:

  • Spülphase
    • Wasserdampf strömt in den Dampfsterilisator und verdrängt die Luft
  • Sterilisationsphase
    • Auslassventil wird geschlossen
    • Innentemperatur und Innendruck steigen auf den definierten Sollwert
    • Definiertes Programm hält Temperatur und Zeit automatisch ein
  • Auslassphase
    • Auslassventil wird geöffnet
    • Druckabfall auf Umgebungsdruck

Bestandteile eines Autoklaven

Grob umrissen besteht ein Autoklav aus 7 verschiedenen Komponenten:

  • Druckkammer
  • Tür oder Deckel
  • (Digitale) Druckanzeige
  • Sicherheitsventil
  • Dampferzeuger
  • Ggf. Vakuumgenerator

Klein- und Groß-Autoklaven

Der Sterilisator-Kauf sollte sich vor allen nach der Praxisgröße bzw. an der Anzahl der zu sterilisierenden Instrumente richten, da Autoklaven in verschiedenen Größen erhältlich sind. Man spricht hier von Kleinsterilisatoren und Großsterilisatoren bzw. -Autoklaven. Wenn folgende Kriterien erfüllt sind, handelt es sich um einen Klein-Dampfsterilisator:

  • Kammverolumen kleiner als 60 Liter
  • Sterilisiereinheit (Quader mit den Maßen 30 x 30 x 60 cm) kann nicht aufgenommen werden

Kleinsterilisatoren sollten die Bedingungen der europäischen Norm EN 13060 erfüllen können. Bei Klein-Autoklaven, die über kein fraktioniertes Vakuumverfahren verfügen und die Din-Norm nicht erfüllen, kann ein reproduzierbarer Sterilisationsvorgang nicht gewährleistet werden.

Das Kammervolumen von Dampf-Groß-Sterilisatoren ist dementsprechend mindestens 30x30x60 cm groß. Für sie gilt die Europa-Norm EN285.

Mancherorts ist auch von Miniautoklaven die Rede. Deren Kapazität ist mit etwa 8 l oder sogar nur 2 l sehr begrenzt.

Standautoklaven werden eher nicht in der kleinen Praxis eingesetzt, sondern in Laboren. Diese nehmen relativ viel Platz ein, fassen aber auch ein Kammervolumen von einigen hundert Litern bis hin zu einigen tausend Litern.

Tischautoklaven mit horizontaler oder vertikaler Beladung

Praxisinhaber kaufen meist Tischautoklaven. Diese lassen sich ohne größere Umbauten komfortabel auftisch positionieren. Vor dem Kauf empfehlen wir Ihnen den zur Verfügung stehenden Platz auf der “Küchenzeile” auszumessen und diesen dann mit den Maßen des Tischautoklaven abzugleichen. Denken Sie bitte auch daran, dass ggf. der Festwasseranschluss und Stromnetzanschluss nicht allzu weit von der gewünschten Position entfernt ist bzw. das Schläuche und Kabel problemlos verlegt werden können.

Sterilisatoren können horizontal oder vertikal beladen werden. Gängig sind vor allem horizontale Tischautoklaven, deren Kammer von vorne zu erreichen ist. Bei vertikalen Autoklaven ist die Sterilisationskammer von oben zugänglich.

Langfristig orientierte können auch auf eine Einbau-Variante zurückgreifen.

Autoklaven der Klasse B, S und N

Gemäß der DIN EN 13060 werden Dampf-Kleinsterilisatoren bzw. Autoklaven in die Klassen B, S und N unterteilt. Die drei Sterilisationszyklen unterscheiden sich hauptsächlich im Grad der Entlüftung unterscheiden. Je stärker die Entlüftung, desto geringer das Risiko von zurückbleibender Luft bzw. desto idealer das Vakuum.

An Autoklaven der Klasse B (big), welche ein fraktioniertes Vorvakuum besitzen, werden die höchsten Anforderungen gestellt. Durch wiederholtes Evakuieren wird die Luft aktiv durch den Dampfeinlass verdrängt. Es können nahezu alle Medizinprodukte mit einem B Autoklav sterilisiert werden: verpacktes massives, hohles oder poröses Sterilisiergut.

Wenn in Ihrer Praxis keine englumigen und komplexen Hohlkörperinstrumente sterilisiert werden müssen, kann auch ein Autoklav der Klasse S (specified) ausreichen. Dampfsterilisatoren der Klasse S verfügen lediglich über ein einfaches Vor- und Nachvakuum. Die Kammer wird nur einmal evakuiert. Medizinprodukte, die für einen Autoklav Klasse S in Frage kommen, werden vom Hersteller entsprechend kenntlich gemacht. Beispiel hierfür wären Hand- und Winkelstücke.

Dampfsterilisationsgeräte der Klasse N (non wrapped) können kein Vakuum aufbauen und sind nicht für verpackte Instrumente geeignet, sondern nur für unverpackte, massive Medizinprodukte. Hier kommt lediglich das Strömungs- oder Gravitationsverfahren zum Tragen. Die Luft wird nicht aktiv entfernt, sondern durch den einströmenden Dampf aus der Kammer verdrängt.

Dampfautoklaven der Klasse S und N sind nur vereinzelt in Allgemeinarztpraxen anzutreffen. In Zahnarztpraxen, wo komplizierte Hohlkörperinstrumente zum Einsatz kommen, sind B-Autoklaven die Regel. Wenn Sie also Inhaber einer Zahnarztpraxis sind, dann kommt für Sie nur der Kauf eines Autoklaven Klasse S oder bevorzugt B mit nachweislicher Anforderungserfüllung gemäß EN 13060 in Frage.

Prozessdokumentation: Autoklaven mit Drucker, CF-Kartenslot oder Netzwerk-Schnittstelle

Der Sterilisationsprozesses in einem Sterilisator kann geräteabhängig auf verschiedene Weisen automatisch dokumentiert werden. Einige Autoklaven haben einen integrierten Drucker, alternativ können auch externe Drucker angeschlossen werden.

Moderner ist die digitale Variante. Autoklaven mit CF-Speicherkarte speichern dort alle relevanten Informationen der Charge. Anschließend können Sie die Daten am Computer auslesen und archivieren. Komfortabler ist die drahtlose Übertragung per WiFi/Wlan. Bspw. lässt sich das E-Wifi-System von Euronda, welches drahtlose Datenübertragung per WLAN ermöglicht, auf allen Euronda-Dampfsterilisatoren integrieren.

Bei Autoklaven ohne Drucker erfolgt die Prozessdokumentation über Prozessindikatoren (z. B. Bowie-Dick-Test oder Chemoindikatoren).

Autoklav mit Festwasseranschluss spart Geld und Zeit

Ein Autoklav mit Festwasseranschluss spart Ihnen Zeit und Geld ein. Zusammen mit einer Wasseraufbereitungsanlage zieht der Sterilisator sich automatisch Wasser aus der Leitung und demineralisiert es. Das benutzte Wasser wird durch den Wasserabfluss entsorgt.

Bei einem Autoklav ohne Festwasseranschluss haben Sie deutlich mehr Arbeit. Das destillierte Wasser muss manuell in den Vorratsbehälter eingefüllt und selbstverständlich auch entleert werden. Ebenso müssen genügend Lagerkapazitäten für die leeren und vollen Wasserkanister vorhanden sein.

Info: Dass Sterilisatoren heutzutage nicht mehr manuell mit der Eieruhr getimt werden, sondern vollautomatisch dank Computersteuerung ist mittlerweile Standard. Mittlerweile gibt es aber moderne Autoklaven, die die Zyklusdaten in der Cloud abspeichern. Ebenso können einige Modelle ferngewartet werden. Diese Neuerungen beziehen sich noch aber eher auf Laborautoklaven, als für die Praxis.

Hersteller

Viele Hersteller von RDGs sind gleichzeitig auch Hersteller von Autoklaven. Darunter zählen bekannte Marken, wie z. B.:

Hersteller Klasse Produkte
Euronda B E10
E9
E8
EXL
Miele B Cube
Cube X
Melag B Vacuklav 23
Vacuklav 24
Vacuklav 30
Vacuklav 31
S Euroklav 23
Euroklav 29
Melatronic 15
N/S MELAtronic® EN-Modelle
IC Medical B TT+ 23

Preise

Autoklaven können je nach Ausstattung und Größe zwischen 2.500 € und 15.000 € kosten. Im Durchschnitt liegt der Preis eher bei 2.500 € - 9.000 €. Ziehen Sie in Ihre Kalkulation auch die Kosten für Wartung und Validierung mit ein: Eine Erstvalidierung kostet ca. 600 €, die zweijährliche Re-Validierung etwa 400 €.

Besondere Angebote ohne Ausstattung können auch darunter liegen, bei besonderen Installationen oder Anforderungen kann der Preis auch darüber liegen. Ein wesentlicher Punkt ist der Wasseranschluss und die benötigten Körbe. Daneben sind die Größe des Gerätes und die benötigte Nutzungsfrequenz wichtige Faktoren für den Preis und die Modellwahl.

Weiter gibt es Preisunterschiede zwischen den Autoklav-Klassen B, S und N:

Klasse Preis (Neu, Netto, in Euro)
B 3.500 - 8.500
S 1.500 - 4.500
N ca. 2.500

Mit einem gebrauchten Autoklaven kommen Sie günstiger weg. Verglichen mit einem Neugerät können hier mit einer Ersparnis von etwa 20-50 % rechnen.

In Ihrer Kostenkalkulation sollten Sie nicht nur den Kaufpreis, sondern auch die Betriebskosten als relevanten Posten berücksichtigen. Die tatsächlichen Autoklav-Kosten pro Stunde oder Tag auszurechnen ist relativ schwer, da eine Vielzahl von Variablen in die Berechnung mit aufgenommen werden müssen. Schon gar nicht sind Betriebskosten, die von irgendjemand einmal ausgerechnet worden sind, pauschalisierbar und auf jede Praxis anwendbar.

Damit Sie die Kosten ungefähr einschätzen können, kann eine Abschlussarbeit zum Thema “Evaluation der Notwendigkeit und Realisierbarkeit der Kostenkontrolle von Instrumentenaufbereitung im ambulanten Bereich“, die allerdings im Jahr 2013 angefertigt worden ist, herangezogen werden. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass ein Autoklav Kosten in Höhe von 5,13 € pro Tag verursacht:

Kosten
Energiekosten 1,28 €
Maschinenwertverzehr 3,20 €
kalkulatorische Zinsen 0,48 €
Wasserkosten inkl. VE- Wasserherstellung 0,17 €
Summe 5,13 €

Ein täglicher Durchlauf von 2 Sterilisationszyklen wird in dieser Beispielrechnung vorausgesetzt. Nicht berücksichtigt worden sind jedoch Fixkosten und Gemeinkosten. Hinzu addiert werden müssen zusätzlich noch die Kosten für das RDG (8,59 € pro Tag zu denselben Bedingungen).

Validierung und Wartung

Auch wenn Sie in Ihrer Gebrauchsanweisung vielleicht keine Herstellerangaben zur Validierung des Sterilisators finden, so sind Sie doch dazu gesetzlich verpflichtet. Grundlage hierfür ist § 8 Abs. 1 MPBetreibV: Die Aufbereitung von bestimmungsgemäß keimarm oder steril zur Anwendung kommenden Medizinprodukten ist unter Berücksichtigung der Angaben des Herstellers mit geeigneten validierten Verfahren so durchzuführen, dass der Erfolg dieser Verfahren nachvollziehbar gewährleistet ist und die Sicherheit und Gesundheit von Patienten, Anwendern oder Dritten nicht gefährdet wird. Dies gilt auch für Medizinprodukte, die vor der erstmaligen Anwendung desinfiziert oder sterilisiert werden.

Sterilisatoren müssen regelmäßig gewartet werden. Moderne Geräte zeigen Ihnen nach einer bestimmten Zyklus-Anzahl an, wann die nächste Wartung zu erfolgen hat. Allgemein gilt: Das Validierungs-Intervall bei Autoklaven liegt bei 2 Jahren, alle 2 Jahre muss ein Dampfsterilisator gewartet werden. Bei der erstmaligen Validierung können Sie mit Kosten von etwa 600 € rechnen. Die Re-Validierung liegt bei ca 400 €.

In der Validierung des Sterilisationsprozesses wird nachgewiesen, dass die Durchführung zuverlässig, wiederholbar die Sicherheit der Patienten, der Anwender und von Dritten gewährleistet. Die Validation nach DIN EN ISO 17665-1 besteht aus Abnahmebeurteilung, Funktionsbeurteilung, Leistungsbeurteilung, Überprüfung und Bestätigung der Validierung.

Die Abnahme prüft u.a., ob das Gerät die Dokumentation, den vorgesehen Betrieb und die Installation den Standards entsprechen. Dazu muss der Autoklav in einwandfreiem Zustand sein und das Gerät und alle Anschlüsse müssen auf Dichtigkeit geprüft sein. Die Funktionsbeurteilung weist nach, dass das Sterilgut und die Verpackung steril sind. Dazu werden alle Arten von Teilen, die sterilisiert werden sollen und deren Verpackung aufgelistet und schließlich getestet. So wird sichergestellt, dass nicht ein Teil der Geräte unsteril zum Einsatz kommt.

Mit der Sterilisator-Validierung werden ebenso relevante Parameter definiert, sodass das Sterilisationsverfahren stets standardisiert abläuft. Dazu zählen bspw. die Temperatur-Zeit-Relationen, Beladung (Masse der Instrumente), die Verpackung. Sterilisatoren arbeiten ihre definierten Programme automatisiert ab. Bei inkorrekten Prozessparameter erscheint in der Regel eine Fehlermeldung und der Prozess stoppt.

Wir empfehlen Ihnen darüber hinaus Ihren Autoklaven einmal die Woche zu reinigen. Achten Sie dabei auf Verunreinigungen, Ablagerungen oder Beschädigungen. Orientieren Sie sich bei der Reinigung an den Herstellerangaben aus dem Benutzerhandbuch.

Nutzungsdauer

Die Nutzungsdauer eines Sterilisators liegt bei 10 Jahren gemäß AfA-Tabelle für allgemein verwendbare Anlagegüter. Dies gilt für alle Sterilisatoren, die nach dem 31.12.2000 angeschafft worden sind.

Sporentest und Vakuumtest für Autoklaven

Mit dem Vakuumtest wird kontrolliert, wie gut das Vakuum aufrecht gehalten werden kann. Gemäß DIN 58946-6:2002 sollte dieser Test für Dampf-Groß-Sterilisatoren monatlich durchgeführt werden. Bei Kleinsterilisatoren empfiehlt er sich wöchentlich oder bei nicht bestandenem Helix-Test.

Da der Vakuumtest im kalten Gerätezustand durchzuführen ist, empfehlen sich Montagmorgende. Der Test wird über das Bedienfeld des Autoklaven gestartet.

Sporentests sind als Bioindikatoren in DIN 58946-Teil 8 festgehalten. Dieser Test hat mindestens halbjährlich oder nach 400 Sterilisationsdurchgängen zu erfolgen (DIN 58946, DIN 58947).

Welche Medizinprodukte müssen sterilisiert werden?

Ob ein Medizinprodukt sterilisiert werden muss oder nicht, hängt von folgenden drei Faktoren ab:

  • Verwendungszweck
  • Risikoklasse
  • Herstellerangaben

Jedes Medizinprodukt wird hinsichtlich der “Verletzbarkeit des menschlichen Körpers” in eine bestimmte Risikoklasse eingestuft. Die Klassen reichen von Klasse I (unkritisch), über Klasse IIa und IIb (semikritisch) bis hin zu Klasse III (kritisch). An jede Risikoklasse sind unterschiedliche Aufbereitungskriterien zu erfüllen. Kritische MP (Wundhaken, Arterienklemme usw.) sind zu sterilisieren, bei semikritischen und unkritischen ist die Behandlung im Sterilisator ggf. optional oder nicht notwendig. Beachten Sie hierzu bitte unbedingt die Herstellerangaben des jeweiligen MP, denn auch die Beschaffenheit von Material und Oberflächen sind entscheidend.

Weitere Sterilisator-Typen: Heißluftsterilisator und Gassterilisator

Neben dem Autoklaven gibt es noch weitere Sterilisator-Typen. Hierzu ist wichtig zu verstehen, nach welchen Sterilisationsverfahren ein Sterilisator verfahren kann.

Das in einem Sterilisator zum Einsatz kommende Sterilisationsverfahren kann in physikalisch und chemisch-physikalisch unterschieden werden. Dies unterteilen sich weiter in folgende Verfahren:

  • Physikalische Verfahren
    • Dampfsterilisation
    • Heißluftsterilisation
  • Chemisch-physikalische Verfahren
    • Ethylenoxidgas-Sterilisation
    • Formaldehydgas-Sterilisation
    • H2O2-Niedertemperatur-Plasmasterilisation

Ob nun ein Dampf-, Heißluft- oder gar Gassterilisator das geeignete Sterilisationsgerät ist, hängt wiederum vom Sterilisiergut ab. Einige thermolabile Medizinprodukte können beispielsweise nicht im heißen Dampfluftsterilisator sterilisiert werden, sondern nur im Gassterilisator. Für die meisten Instrumente ist jedoch der Autoklav die zu präferierende Option. Daneben gibt es auch noch die Sterilisation mittels ionisierender Strahlung, beispielsweise in Form von UV-C Strahlung gegen Coronaviren oder die Wasserstoffperoxid-Sterilisation.

Allen Sterilisatoren ist gemein, dass in der Sterilisationskammer ein Vakuum vorherrscht.

In Heißluftsterilisatoren erfolgt die Sterilisation durch trockene Hitze. Hier sind längere Einwirkzeiten und höhere Temperatur von Nöten (z. B. 30 min bei 180 °C), da trockene Luft ein schlechter Wärmeleiter ist. Das Inaktivieren von Mikroorganismen geschieht bei der Heißluftsterilisation durch Eiweißkoagulation.

Bezugnehmend auf das RKI ist die Heißluftsterilisation nur für semikritisch A (unverpackt) oder kritisch A-Produkte (in einer für das Verfahren geeigneten Verpackung) von Bedeutung.

In einem Gassterilisator wird das Sterilisiergut meist mit Ethylenoxid oder Formaldehyd sterilisiert. Neben Temperatur, Zeit und Feuchtigkeit ist hier noch die Gaskonzentration relevant. Die chemisch-physikalische Sterilisation wird allerdings nur bei thermolabilen und sonstigen nicht mit Dampfdrucksterilisation behandelbare Medizinprodukte eingesetzt (Katheter, Stents usw.). Man spricht hier auch von einer Niedrigtemperatur-Sterilisation. Diese Sterilisatoren sind relativ teuer und eine klassische Arztpraxis kann die Anforderungen der Gefahrstoffverordnung beim Einsatz von Ethylenoxid/Formaldehyd meist nicht erfüllen, daher werden Sie in Praxen eher selten eingesetzt.

Möglich ist ebenso die Niedrigtemperatur-Sterilisation mit UV-Strahlen freisetzenden Plasmen, die das Erbgut von Mikroorganismen wirksam bekämpfen können. Plasmasterilisatoren haben sich jedoch noch nicht auf dem Markt etabliert, da es keine klaren Normen gibt, nach denen die Wirksamkeit von Plasmasterilisationsanlagen getestet werden kann.

Info: Ein weiteres Verfahren ist die Sterilfiltration von wärmeempfindlichen Flüssigkeiten durch bakteriendichte Filter. Sterilfilter können die Wasserqualität, auf die bspw. bei der Aufbereitung von Endoskopen besonders geachtet werden muss, verbessern. Ist eine Flüssigkeit zu dick für die Sterilfiltration, kann sie tyndallisiert werden

Tipp: Die DGSV hat eine tabellarische Übersicht verschiedener Sterilisationverfahren erstellt.

Corona: Sind FFP2-Masken autoklavierbar?

Zu der Frage, ob FFP2-Masken mit einem Sterilisator oder RDG wiederaufbereitet werden können, steht die DGSV ablehnend gegenüber. Auch wenn die Atemschutzmasken hohe Temperaturen überstehen, sind die Verfahren derzeit in Deutschland nicht standardisiert.

Heißer Wasserdampf kann SARS-COVID-2 “mit hoher Sicherheit” abtöten. Die DGKH gibt dazu konkrete Empfehlungen: Dampfsterilisation mit fraktionierten Vakuumverfahren bei 121°C mit einer Sterilisierzeit von 20 Minuten. Einmalig aufbereitete FFP2-Masken sind mit “den Originalmasken hinsichtlich Filterwirkung und Hygiene gleichzusetzen”, so auch das österreichische Ministerium für Arbeit, Familie und Jugend. FFP3-Masken haben nach der Wiederaufbereitung jedoch nur noch die Wirksamkeit einer FFP2-Maske. Materialverträglicher ist das Dekontaminationsverfahren mit gesättigtem Wasserdampf bei 105°C mit Einwirkzeiten von 1 Minute.