Dentalröntgengeräte

Röntgengeräte erweitern das zahnärzliche Diagnosespektrum und kommen Patient sowie Zahnarzt zugute. Trotz vieler technischer Vorteile vollzieht sich die Umstellung auf digitale Dental-Röntgengeräte in den deutschen Zahnarztpraxen nur schleppend. Hier erfahren Sie alles was Sie über Kleinbild-, OPG-, DVT- und Dental-CT-Geräte wissen müssen. Ebenso können Sie sich hier kostenlose Kaufangebote einholen.

Die Entwicklung vom analogen hin zum digitalen Röntgen in der Zahnmedizin

Der technische Paradigmenwechsel vom analogen hin zum digitalen Röntgen ist in der Zahnmedizin noch nicht vollends abgeschlossen. Derzeit gibt es keine aktuellen Daten darüber, wie viele digitale Dentalröntgengeräte in Zahnarztpraxen im Einsatz sind, man kann jedoch davon ausgehen, dass es etwa 50 % mit steigender Tendenz sind.

Die Erstellung von digitalen Dentalröntgenaufnahmen ist vom Arbeitsablauf her zwar etwas umfangreicher als bei analogen, doch ergeben sich durch die “neue” Röntgentechnik auch eine Vielzahl an Vorteilen:

  • Geringere Röntgenstrahlung
  • Zeitvorteil
    • Keine Röntgenfilmentwicklung mehr notwendig
    • Digitale Röntgenaufnahmen können unmittelbar bewertet werden
  • Bildnachbearbeitung am Computer möglich (kein erneutes Röntgen mehr notwendig)
  • Einfache Patientendatenverwaltung und einfacher Datenversand
  • Umweltfreundlicher (keine Chemikalien)
  • Kosten pro Röntgenaufnahme sind günstiger
  • 3D-Röntgenbilder möglich

Digitales Röntgen unterscheidet sich weiter in indirekte digitale Radiographie und direkte Radiographie. Bei der indirekten Radiographie (auch Computer-Radiographie, CR genannt) verwendet man eine röntgenlichtempfindliche Speicherfolie, die das Röntgenbild speichert und anschließend mittels Speicherfolienscanner digitalisiert. Nach einem Löschvorgang kann die Speicherfolie wiederverwendet werden. Jede Folie kann theoretisch bis zu 10.000 mal wiederverwendet werden, faktisch im klinischen Alltag jedoch nur weniger als 50 Mal. Grund hierfür sind mechanische Abnutzungsspuren wie z.B. Kratzer oder Alterung der Schutzschicht. Bei häufigem Zahnröntgen ist diese Röntgentechnik daher mittelfristig relativ teuer. Möchte man vom analogen auf digitales Zahnröntgen umsteigen, gleichzeitig aber seinen Workflow beibehalten, dann empfiehlt sich jedoch ein CR-Dentalröntgengerät.

Die direkte digitale Radiographie nutzt hingegen einen Röntgensensor bzw. Röntgendetektor. Der Sensor wird im Mund platziert, empfängt die Röntgenstrahlen auf seiner Kristallschicht und sendet das Röntgenbild direkt an den Computer. Diese Röntgentechnologie hat den Vorteil, dass viele fehleranfällige und zeitraubende Zwischenschritte, wie Sie beim Speicherfoliensystem nötig sind, entfallen. Aus hygienischen Gründen verpacken viele Zahnärzte den Detektor in eine Sensor-Schutzhülle (Sensor Sleeve).

Sie werden ohnehin nicht um digitale Dental-Röntgengeräte herumkommen, wenn Sie ein DVT oder ein neues OPG kaufen wollen. Der Markt ist zukunftsgerichtet und produziert nur noch digitale Zahnröntgengeräte. Befinden Sie sich in einem fortgeschrittenem Alter oder planen Sie Ihre Praxis abzugeben, dann kann die Anschaffung von digitaler Röntgentechnik überdacht werden. Ggf. ist in diesem Fall die Anschaffung eines gebrauchten Dentalröntgengeräts lohnender für Sie. Im obigen Anfrageformular können Sie sich individuell passende Angebote sowohl für Neu-, als auch Gebrauchtgeräte einholen.

Software für Zahnröntgen-Systeme - PACS & DICOM

Wenn Sie Ihr digitales Zahn-Röntgengerät nicht als Standalone-Variante nutzen, sondern modular mit anderen bildgebenden Geräten, dann empfiehlt sich die Nutzung eines Picture Archiving and Communication Systems (PACS). Dies ist vor allem dann sinnvoll, wenn Dentalröntgengeräte verschiedener Hersteller genutzt werden. PACS fungiert komplexitätsmindernd, vereinheitlicht die digitale Bilddaten der verschiedenen Geräte und macht sie zentral verwaltbar.

DICOM (Digital Imaging and Communications in Medicine) ist ein Bilddateiformat, welcher den (internationalen) Datenaustausch vereinfachen soll. Dieser eigentlich gesetzliche Standard ist bis auf weiteres jedoch verschoben. Diese software- und hardware-bedingten Aspekte sollten Sie beim Kauf eines digitalen, dentalen Röntgengeräts einbeziehen, denn die PACS-Software ist nicht im Kaufpreis inbegriffen und nicht jedes Gerät ist Pacs-/DICOM-kompatibel.

Dentale Röntgentechniken und Aufnahmetypen

Bestimmte Bereiche, wie z. B. Zahnzwischenräume oder Kieferknochen, lassen sich mit bloßem Auge nicht untersuchen. Um eine fachlich kompetente Diagnose zu stellen, werden Dentalröntgengeräte benötigt. Das Zahnröntgen kann intraoral oder extraoral durchgeführt werden. Die 2D-Röntgentechnik unterscheidet in:

  • Intraorale Tubusaufnahmen
    • Halbwinkelaufnahmen
    • Rechtwinkelaufnahmen
    • Bissflügelaufnahmen
    • Aufbissaufnahmen (Okklusal-Aufnahmen)
  • Extraorale Röntgenbildaufnahmen
    • Panoramaschichtaufnahmen
    • Fernröntgen-Seitenaufnahmen

Daneben gibt es noch die 3D-Röntgentechnik, die ausschließlich von einem DVT unterstützt wird.

Kleinbildröntgengeräte (Röntgentubus) - Intraoralaufnahmen

Was man damals noch “Zahnfilm” nannte, nennt man heute „intraorale Aufnahmen mit dentalen Tubusgeräten” bzw. schlicht „Intraoralaufnahmen”. Mit einem Kleinbildröntgengerät (Röntgentubus) können einzelne Zähne (bis zu 4 Zähne insgesamt), auch im distalen Molarenbereich, und begrenzte Kieferbereiche untersucht werden. Das Kleinbildröntgen kann die Ursache von schmerzenden Zähnen oder Karies herausfinden, die Position von im Kiefer versteckten Zähnen lokalisieren oder für die Implantatplanung genutzt werden.

Intraorale Röntgengeräte können entweder mit Speicherfolien- oder Sensortechnologie (Detektor) betrieben werden. In technischer Hinsicht sind Festkörper-Detektoren die erste Wahl, auch wenn sie etwas klobig anmuten und nicht biegbar sind. Bei Patienten mit stark ausgeprägten Würgereiz kann der Röntgensensor inkl. Sensorhalter möglicherweise zu Unannehmlichkeiten führen bzw. nicht eingesetzt werden. Es wird empfohlen, dass bei der Verwendung von einem Festkörper-Detektor auch Haltesysteme eingesetzt werden sollten. Dies ermöglicht Aufnahmen in der Rechtwinkeltechnik und eine Einblendung auf Detektorformat, was zu einer Reduzierung der Strahlendosis von 55% bis zu 75% im Vergleich zur Dosis bei Verwendung eines E-Speed-Films führt.

OPG-Geräte - 2D-Panoramaschichtaufnahmen

Das Orthopantomogramm (OPG oder OPT) ist eine Panoramaschichtaufnahme, die mit Hilfe eines OPG-Gerätes durchgeführt wird. Beim Panorama-Röntgen wird eine Übersichtsaufnahme vom gesamten Mund inkl. Zähne, Ober- Unterkiefer, umgebende Struktur und Gewebe zweidimensional (2D) dargestellt.

Das Panoramaröntgengerät besitzt auf der einen Seite den Röntgenstrahler und auf der anderen Seite einen Röntgenfilm (analog) oder Detektor (digital). Der Kopf vom Patienten wird mit Kinn-, Stirn- und Seitenstützen stabilisiert und der Mund wird ggf. mit einem Bissblock geöffnet. Das OPG rotiert von außen vom Anfang der einen Kiefer-Seite bis zum Ende der anderen. Die Röntgenstrahlen durchdringen den Patienten und werden vom Röntgendetektor absorbiert. Anders als bei der Intraoralaufnahme muss im Mund des Patienten kein Zahnfilm positioniert werden.

DVT-Geräte - die Digitale Volumentomografie in 3D

Das 3D-Dental-Röntgen mit einem DVT-Gerät kann als wichtigste Innovation im Zahnröntgen-Bereich bezeichnet werden. In der Zahnmedizin auch als “dentale digitale Volumentomografie” bekannt, wenden DVTs ein dreidimensionales, bildgebendes Tomographieverfahren an. Im Vergleich mit konventionellen CT-Geräten, welche fächerförmige Strahlenbündel verwenden, sind es beim DVT kegel- oder pyramidenförmige Strahlenbündel, daher auch der englische Ausdruck “cone beam ct”. Die vom Flächendetektor absorbierte Exposition und die anschließende Verarbeitung durch Rekonstruktionsalgorithmen ermöglichen so ein 3D-Bild vom Nervverlauf, über die Zahnwurzel bis hin zum Kieferknochen.

Dental-CT-Geräte

Mit einem Dental-CT-Gerät können 3D-Aufnahmen der gesamten Kieferregion erstellt werden, ähnlich wie beim DVT. Zusätzlich zur divergierenden Form des Strahlenbündels unterscheidet sich das Zahn-CT auch in weiteren Punkten vom DVT:

  • Beim CT sind mehrere Röntgendurchgänge notwendig, beim DVT nur einer
  • CT besser geeignet für Weichgewebsveränderungen, DVT liefert eine bessere Ansicht für Details

Im Gegensatz zu einem Röntgengerät, welches lediglich zweidimensionale, nicht zu differenzierende Strukturen abbildet, sind es beim CT Querschnittsbilder. Die Aufnahme von mehreren Querschnittsbildern bietet nicht nur die Möglichkeit 3D-Bilder zu erstellen, sondern der Zahnarzt kann sich bei Bedarf jede einzelne Schicht explizit anschauen.

Preise

Die technische Entwicklung von analogen hin zu digitalen Dentalröntgengeräten brachte viel Fortschritt mit sich. Bemängelt wird jedoch mancherorts, dass sich digitale Zahnröntgengeräte nur langsam amortisieren. Gründe hierfür sind, im Vergleich mit anderen Praxen, der hohe Installationsaufwand in Zahnarztpraxen (Betrachtung der Röntgenaufnahmen muss in jedem Behandlungsraum möglich sein) und dass Dentalröntgengeräte nicht durchgehend in Betrieb sind, anders als in rein radiologischen Praxen. Im Vergleich zur übrigen Radiographie, läuft die Umstellung in der Zahnmedizin daher nur schleppend.

Zur besseren Einordnung stellen wir Ihnen nachfolgend eine Preisübersicht über die verschiedenen Dentalröntgengeräte zur Verfügung:

Preise von Dental-Röntgengeräten
Gerätetyp Preis (Neu, Netto, in Euro)
DVT 55.000 - 120.000
OPG 18.000 - 60.000
Intraoral (Kleinröntgengerät) 3.800 - 7.500

Müssen Sie im Zuge der neuen DIN ISO 6868-157 ein neues Bildwiedergabe-System anschaffen, können Sie mit Kosten von etwa 2.500 - 3.500 EUR rechnen.

Strahlenbelastung und Risiken von Zahnröntgenaufnahmen

Dental-Röntgengeräte sind elementar für die Patientengesundheit. Allerdings ist Röntgenstrahlung nicht ungefährlich für den menschlichen Organismus und so kommt es, dass der Gesetzgeber den Betrieb von Röntgeneinrichtungen reglementiert. Die Strahlenschutzverordnung sieht u.a. folgende Pflichten vor:

  • Pflicht zur regelmäßigen Wartung des Dentalröntgengerätes
  • Dokumentationspflicht
  • Fachkompetenz des Zahnarztes bzw. Radiologen
  • Bauliche Vorschriften für den Röntgenraum

Trotz des gebotenen ALARA-Prinzips (As Low As Reasonably Achievable) kann theoretisch jede Röntgenuntersuchung, unabhängig von der Strahlendosis, eine DNA-Veränderung hervorrufen und das Krebsrisiko erhöhen. Im Vergleich ist eine dentale CT-Untersuchung strahlungsintensiver als ein intraorales Kleinröntgenbild. Weitere Strahlendosen der einzelnen Zahnröntgen-Typen können Sie nachfolgender Tabelle entnehmen:

Mittlere Effektivdosis von verschiedenen Dental-Röntgengeräten
Untersuchung/Strahlenquelle mittlere Effektivdosis (mSv pro Aufnahme)
Intraorales Kleinbildröntgen (1 Aufnahme) digital/analog (Film) ca. 0,003 mSv/ca. 0,004 mSv
Panoramaröntgen (OPG) digital (Gesamtdarstellung Ober- und Unterkiefer) ca. 0,04 mSv
Digitale Volumentomografie (cone beam) maxillofacial - dentoalveolar - lokalisiert ca. 0,21-0,18-0,08 mSv*
CT-Aufnahme des Kopfes ca. 1-3 mSv
8-stündiger Flug Wien - New York (durch natürliche kosmische Strahlung) ca. 0,04 mSv (ca. 5 µSv/Flugstunde in 10 km Reisehöhe)
jährliche Effektivdosis durch natürliche Strahlenquellen in Österreich (pro Person/Jahr) ca. 2,8 mSv
Tabelle: Werte der durchschnittlichen Effektivdosis für den Patienten durch Röntgenuntersuchungen und natürliche Strahlenquellen.
*Quelle: Ludlow et al. (2015): Effective Dose of CBCT - a meta analysis of published data and additional data for nine CBCT units

Die effektive Dosis kann als Risiko-Maß für das Auftreten von stochastischer Strahlenwirkungen herangezogen werden. Die stochastische Strahlenwirkungen ist das Produkt der Wechselwirkung zwischen ionisierender Strahlung und biologischem Gewebe. Sie kann als Folge Krebserkrankungen verursachen. Die Höhe der effektiven Dosis bestimmt die Auftretenswahrscheinlichkeit dieser Strahlenwirkungen.

Digitale Dentalröntgengeräte sind strahlungsärmer als analoge Dentalröntgengeräte. Dennoch bietet das Tragen einer Bleischürze, eines Schilddrüsen-Kragens und das Verwenden eines Strahlenschutzschild weiteren Schutz vor gesundheitsgefährdender Strahlung.