Digitales Röntgen

Sollte ich auf Digital oder auf 3D "upgraden"? Ein Leitfaden zur Mammographie

Digitales Mammographiegerät

Wenn Brustkrebs frühzeitig erkannt wird, ist er leichter zu behandeln und die betroffenen Frauen haben eine deutlich höhere Chance, ein längeres Leben zu führen. Um Brustkrebs zu erkennen, werden sog. Screenings durchgeführt. Das sind Tests, die mit Frauen ohne Symptome durchgeführt werden, um herauszufinden, ob sie die Krankheit haben. Mammographien-Screenings sind der beste Weg, um Frauen auf Brustkrebs zu untersuchen. Vierzig Millionen Mammographien werden weltweit jedes Jahr durchgeführt und die Technologie entwickelt sich weiter. Abhängig davon, an welchem Ort eine Frau wohnt, kann sie die Screeningmethode ggf. aus drei verschiedenen Arten der Mammographie (2D-Mammographie, 3D-Mammographie oder eine Mischung aus 2D- und 3D-Mammographie) auswählen. Dabei stellt sich die Frage, ob es eine Rolle spielt, welcher Art von Mammographie sich eine Frau unterzieht.

Die 3D-Mammographie - Eine neue Art der digitalen Untersuchung

3D-Mammographien, auch bekannt als Tomosynthese oder "Tomo", verwenden die gleiche Röntgentechnologie wie herkömmliche 2D-Mammographien. Die Untersuchung ist aus Sicht der Patientin gleich, dauert allerdings einige Sekunden länger. Sowohl bei der 3D- als auch bei der 2D-Mammographie wird die Brust zwischen zwei Platten komprimiert. Bei 2D-Mammographien, bei denen die Brust nur von vorne und von der Seite aufgenommen wird, kann dies zu Bildern mit überlappendem Gewebe führen. Da die 3D-Mammographie Bilder der Brust in "Scheiben" aus vielen verschiedenen Winkeln liefert, kann es mit 3D-Tests einfacher sein, Anomalien zu finden und festzustellen, welche Art von Veränderungen vorliegen. Auf der anderen Seite ist die 3D-Mammographie jedoch teurer als 2D und sie wird in Deutschland nur von der Krankenkasse übernommen, wenn die zu untersuchende Person privat krankenversichert ist. Im Jahr 2013 ist die US-amerikanische Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelbehörde FDA (U. S. Food and Drug Administration) zu dem Schluss gekommen, dass eine weniger schädliche digitale 3D-Mammographie mindestens so genau wirkungsvoll ist wie die 2D-Mammographie. Zudem können 2D-Digitalbilder auch aus den 3D-Mammographie-Daten gewonnen werden.

Unterschiede zwischen der 2D- und 3D-Mammographie

Da zunächst noch nicht bekannt war, wie präzise 3D-Mammographien sein würden, verglichen die Forscher 2D-Mammographien mit einer Kombination aus 3D- und 2D-Mammographien. Die Ergebnisse dieser Vergleiche musste Hologic, das Unternehmen, das die ersten 3D-Mammographiegeräte entwickelte, der FDA für eine Zulassung zur Verfügung stellen. Hologic finanzierte Studien und wertete die Mammographien ihrer Geräte aus. Die Ergebnisse der Studien zeigten, dass die Kombination von 3D- und 2D-Mammographien genauer war als 2D-Digital- oder Film-Mammographien, obwohl der Unterschied in der Genauigkeit für jede Patientin an sich sehr gering war. Darüber hinaus ist es unwahrscheinlich, dass Frauen, die sich einem Screening mit 3D- und 2D-Mammographie unterziehen, aufgrund eines verdächtigen Ergebnisses, das sich als nicht krebserregend erweist, für weitere Tests erneut in die Praxis gebeten werden. Allerdings ist die Verwendung von zwei Tests nicht praktikabel und kann schädlich sein, weil die Frauen einer größeren Strahlendosis aussetzt sind. Die wichtige Frage lautet: Werden 3D-Mammographien ihren eigenen Ansprüchen gerecht? Ein Artikel, der im Jahr 2017 in der renommierten medizinischen Fachzeitschrift JAMA (Journal of the American Medical Association) veröffentlicht wurde, untersuchte die Vorteile der 3D-Mammographie. Die Studie verglich die Anzahl der Situationen, in den Frauen zurück zur Praxis gebeten wurden, mit der Anzahl der Krebsarten, die vor dem nächsten geplanten Screening bei Frauen mit 3D-Mammographien und Standard-2D-Mammographien diagnostiziert wurden. Für die mehr als 23.000 Frauen, die sich einer ersten 2D-Mammographie unterziehen, gefolgt von drei Jahren jährlicher 3D-Mammographie, reduzierte der Einsatz von 3D-Tests leicht die Anzahl der Frauen, die in die Praxis zurück gebeten wurden (10 % in der 2D-Gruppe vs. 9 % in der 3D-Gruppe) und die Anzahl der in den Monaten zwischen den jährlichen Mammographien entdeckten Krebsarten. Durch die 2D-Mammographie wurde bei etwa 7 von 10.000 Frauen vor ihrer nächsten jährlichen Mammographie Krebs diagnostiziert, verglichen mit 5 von 10.000 der Frauen, die sich einer 3D-Mammographie unterzogen haben. Obwohl die Unterschiede sehr klein sind, sind sie statistisch signifikant, d. h., sie sind nicht zufällig entstanden. Trotz dieser geringen Unterschiede scheinen 3D-Mammographien einen kleinen Vorteil gegenüber 2D-Screenings zu bieten, da sie etwas besser dabei unterstützen, gefährliche Krebsarten zu diagnostizieren, die Anzahl der Wiederholungstests zu reduzieren und die Zeit zu verkürzen, in der die Frau auf die Ergebnisse wartet. Während die Vorteile der 3D-Mammographie für eine einzelne Frau gering zu sein scheinen, könnten sich die Vorteile für eine große Anzahl von Frauen summieren. So ergab beispielsweise eine Studie, die über einen Zeitraum von 5 Jahren über 44.000 Mammographie-Tests, darunter über 28.000 3D-Mammographien, untersuchte, dass das 3D-Screening deutlich kleinere invasive Brustkrebsarten [ca. 1,5 cm (ca. ½ Zoll) vs. 2,3 cm (ca. 1 Zoll)] erkannte. Außerdem neigten die Krebsarten, die durch 3D-Mammographie-Tests entdeckt wurden, weniger dazu, sich auf die Lymphknoten auszubreiten (etwa 15% gegenüber 31%). Krebs zu finden, der kleiner ist und sich nicht auf die Lymphknoten ausgebreitet hat, bedeutet, dass eine Frau eine weniger aggressive Behandlung benötigt, z. B. eine weniger radikale Operation oder eine weniger aggressive Chemotherapie. Rettet die 3D-Mammographie aufgrund ihrer höheren Genauigkeit Leben? Früher glaubten Experten auf Basis sehr alter Studien, dass Mammographien die Todesfälle bei Brustkrebs um etwa 14 % bis 32 % reduziert haben. Neuere Studien kommen zu dem Schluss, dass die Screening-Mammographie eine geringere Wirkung hat und die Todesfälle bei Brustkrebs um etwa 2 % reduziert. Diese Studien enthalten Daten bis zum Jahr 2005, als es üblich war, jedes Jahr Mammographien zu empfehlen. Experten empfehlen jedoch heutzutage, dass das Screening alle 2 Jahre bei Frauen mit durchschnittlichem Risiko durchgeführt wird und glauben, dass es den Prozentsatz der an Brustkrebs sterbenden Frauen nicht erhöhen wird. Es steht allerdings noch nicht genau fest, welche Auswirkungen diese neue Screeningpraxis haben wird. Rettet die Mammographie heute weniger Menschenleben als in der Vergangenheit? Die Krebsbehandlungen sind besser geworden ist, auch bei fortgeschritteneren Krebserkrankungen. Da die Mammographie sich verbessert hat, werden auch Anomalien und Krebserkrankungen erkannt, die nicht zwangsläufig tödlich verlaufen. Auch wenn durch 3D-Mammographien invasive Krebsarten entdeckt werden können, wenn sie kleiner und weniger gefährlich sind, sind weitere Untersuchungen erforderlich, um festzustellen, ob die 3D-Mammographie wirklich mehr Leben rettet.

Strahlenbelastung

Der 3D-Test dauert einige Sekunden länger als die digitale 2D- oder Filmmammographie. Die neuere niedrig dosierte 3D-Mammographie verwendet weniger Strahlung als eine 2D-Mammographie. Da die digitale Mammographie - 2D und 3D - relativ neu ist, weiß momentan noch niemand, was für Vorteile oder gesundheitliche Risiken sie mit sich bringt.

Das Fazit

Im Durchschnitt ist die 3D-Mammographie bei der Krebserkennung etwas besser, aber es ist nicht klar, wie viel das bei einer Patientin im Einzelnen nützt. Experten stimmen inzwischen darin überein, dass sich die meisten Frauen unter 50 oder über 75 Jahren keiner Mammographie unterziehen müssen und dass sich eine “durchschnittliche” Frau anstatt jährlich nur alle zwei Jahre einer Mammographie unterziehen sollte.

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