Ratgeber für die Anschaffung von Ultraschallsystemen in der Medizin

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Heutzutage wird Ultraschall ein immer wichtigeres und komplexeres Werkzeug. Die Vielzahl an verfügbaren Technologien, Bezeichnungen und Anbietern macht es schwierig, für die spezifische Situation eines Arztes, einer Station oder einer Klinik das beste Sonographie-Gerät zu finden. Dieser Prozess kann langwierig, kompliziert und kraft- und zeitraubend sein.

Um Ihnen bei dieser Aufgabe zu helfen, bieten wir Ihnen einen Ratgeber, der die wichtigsten Punkte des Kaufprozesses beschreibt.

Ultraschallgerät Auswahl

Der Ultraschall ist eines der am weitesten verbreiteten bildgebenden diagnostischen Werkzeuge. Durch die intensive Entwicklung in diesem Feld stehen uns heute eine Vielzahl von Technologien, Methoden und Geräte von vielen verschiedenen Zahl Herstellern zur Verfügung. Sonographie-Geräte, welche vergleichbar schlechte Bildqualität liefern, sollten mit Priorität ausgetauscht werden.

Es wird ein großes Leistungs- und Qualitätsspektrum angeboten, welches praktisch nicht mehr zu überblicken ist.

Für den Kauf ist es offensichtlich entscheidend, für welche Anwendung und für welche Umgebung das Gerät gekauft wird. Zum Beispiel muss ein Ultraschallgerät für die Notaufnahme alle klinischen Anwendungen mindestens gut abdecken. Bei einem tragbaren Ultraschallgerät für einfache Untersuchungen dagegen rücken die Analysemöglichkeiten zugunsten von Größe und Gewicht in den Hintergrund. Dabei darf der Preis das verfügbare Budget nicht überschreiten und muss gegen die geplante Anwendungshäufigkeit abgewogen werden.

Dabei ist wichtig zu verstehen, dass die Herstellerspezifikationen nach bestem Wissen und Gewissen gegeben werden, diese aber für die jeweilige Anwendung, die jeweiligen Patienten und die jeweilige Behandlungssituation abweichen können. Dazu gibt es heute keine klaren und allgemein gültigen Normen. Darüber hinaus hat jeder Anwender eigene Vorstellungen in Bezug auf Bildqualität, Bildgröße, Monitorhelligkeit, etc.

Hier muss jeder Anwender und Käufer seine Vorlieben und Anforderungen so klar und so deutlich wie möglich formulieren. Die Herstellerinformationen können mit diesen Vorstellungen verglichen werden, bieten aber keine Grundlage für die endgültige Entscheidung. Sie können für die Vorauswahl genutzt werden, um dann gezielt mit einzelnen Herstellern über bestimmte Geräte zu sprechen. Es lohnt sich hier einige Geräte von unterschiedlichen Herstellern zu vergleichen, um ein gutes Bild vom aktuellen Stand der Technik zu erhalten.

Eine Probebestellung ist immer sinnvoll und die beste Grundlage für die Entscheidung, aber leider nicht immer möglich. Die Hersteller besitzen in der Regel einen begrenzten Pool an Vorführgeräten und benötigen Zeit für die Vorbereitung.

Eine Vorführung vor Ort ist eine gute Alternative, um das Ultraschallgerät in einem realistischen Rahmen zu testen. Einige Hersteller und Distributoren sind dazu übergegangen, „Showrooms“ in größeren Städten zu unterhalten. Dies ist das absolute Minimum an Test, das man durchführen sollte. Hier ist das Licht perfekt auf das Sonographie-Gerät abgestimmt, hier sind kaum Störgeräusche, es gibt nur Patientenmodelle, die mit dem Gerät funktionieren und die „Behandlungssituation“ ist immer ideal. Dies kann einen ersten Eindruck vermitteln, sollte aber mit der Vorführung vor Ort überprüft werden.

Folgende Punkte sollten kurz bedacht werden, um für sich ein klares Bild der Anforderung zu bekommen. Sie ermöglichen auch eine klarere Kommunikation mit dem Anbieter. Auf Basis dieser Punkte haben wir unseren Fragebogen entwickelt, mit dem wir für Sie bei verschiedenen Anbietern Angebote anfordern.

Die wichtigsten Punkte

Anwendungsgebiet
Patientenalter:
  • Erwachsene
  • Kinder
Anwendung im Bereich:
  • Abdominal
  • Gynäkologisch
  • Vaskulär / Kardiologisch
  • Kleine Bereiche / Brust / Muskel-Skelett
Einsatzhäufigkeit je Anwendung:
hauptsächlich / selten / zukünftig ständig / häufig / kaum / praktisch nie
Technologien:
  • B-Bild und M-Mode
  • Farb, spectral, power-Doppler
  • THI
  • 3-D
  • 4-D
Geräteeigenschaften:
  • Mobilität: stationäres, transportabel, Handheld
  • Bildgröße
  • Monitor-Flexibilität (dreh- und schwenkbar)
  • Verarbeitung
  • Reinigung
Notwendige Sonden:
  • Sondenart:
    • Linear
    • Konvex
    • Phased array
    • Endo
    • Andere
  • Eindringtiefe:
    • Tief
    • Mittel
    • Oberflächlich
  • Größe (Auflagefläche)
Analyse-Funktionen:
  • Distanz (Standard)
  • Fläche (Standard)
  • Umfang (Standard)
  • Volumen (Standard)
  • Spezielle anwendungsspezifische Funktionen
Einstellungen:
  • Vergrößerung
  • Sequenz Loop
  • Einstellung der Messparameter während der Anwendung
  • Voreinstellungen für bestimmte Anwendungen
Dokumentationsmöglichkeiten:
  • Speicherbare Patienten- und Untersuchungsdaten
  • Notizen, Anmerkungen und im-Bild-Markierungen
  • Geräteeinstellungen
Anschlüsse:
  • Drucker (S/W oder Farbe)
  • Videorekorder (digital)
  • Netzwerkanschluss mit Zugang zum Netzwerkdrucker oder digitalen Archiv
  • USB Schnittstelle für USB-Sticks
  • USB/Firewire-Schnittstelle für die Datenübertragung auf den Computer
Servicevertrag:
  • Jährliche STK
  • Ausfall-Service / Ersatzgerät

Bildqualität

Auf folgende Punkte sollte in Bezug auf die Bildqualität Wert gelegt werden: Bildklarheit, Auflösung und die Möglichkeit Gewebearten unterscheiden zu können.

Es ist selbstverständlich, dass ein Gerät bei jedem Patienten optimale Resultate liefert. Es sollte jedoch auch bei den meisten Patienten klare Bilder liefern, nach denen eine Diagnose getroffen werden kann. So muss z.B. normales von abnormalem Gewebe klar unterscheidbar sein.

Sonden

Hierzu ist die Wahl der richtigen Sonden entscheidend:

  • Linear Sonden: ideal für kleine Regionen
  • Konvex Sonden / Phased Array: für große Volumen

Die Sonden sollten möglichst leicht sein. Sie sollten gut in der Hand liegen, einfach zu wechseln sein, gut zu reinigen und vor allem robust und langlebig.

Ultraschall-Technologie

Die allermeisten Ultraschallgeräte haben zumindest eine Basismöglichkeit zur Strömungsmessung. Wenn ein Haupteinsatz der Doppler ist, so sollte die Farbe den gesamten Hohlraum ausfüllen. Die Farbpixel sollten nicht in das nebenliegende Gewebe übergreifen. Das Doppler Farbbild sollte nicht das B-Bild verschlechtern oder unbrauchbar machen. Es sollte möglichst in allen Betriebsarten immer genau sein, sowohl bei hohen und als auch bei niedrigen Strömungsgeschwindigkeiten.

Während 3D und 4D heute vor allem in der Gynäkologie eingesetzt werden, werden diese Technologien von den Herstellern zunehmend auch für Anwendungen in anderen Fachbereichen beworben. Diese Anwendung sollte jeder auf wirklichen Mehrwert hin so praxisnah wie möglich testen, anstatt sich auf die Empfehlung des Herstellers zu verlassen.

Eigenschaften des Ultraschallgerätes

Je nach Einsatz und Einsatzort ist Größe die Ultraschallgerätes unterschiedlich wichtig. Soll es häufig bewegt werden oder in sehr unterschiedlichen Situationen eingesetzt werden muss es klein und leicht sein. Heute gibt es für viele Anwendungen ausreichend gute Handheld Ultraschall-Systeme, deren Größe und Gewicht mit denen eines iPads vergleichbar sind. Da bei häufiger Verwendung die Nutzer häufig ermüden, sollte auf eine einfache Bedienung und ein ergonomisches Design geachtet werden.

Die Monitor- und Bildgröße muss ausreichend sein, um ein klares Bild bei der Anwendung zu sehen. Das heißt je nach Anwendung und Räumlichkeit, dass der Monitor groß genug sein muss, um Details zu erkennen, wenn man vielleicht relativ weit weg steht. Auch hier empfiehlt sich die Test-Anwendung in der eigenen Praxis oder Station.

Ein tragbares Ultraschallsystem, welches idealerweise ein Handheld ist, muss nicht den gleichen Ansprüchen in Bezug auf Bildqualität, Analysemöglichkeit und Technologie entsprechen wie ein stationäres System.

Das Gehäuse und die Sonden müssen robust verarbeitet sein und sich gut und einfach reinigen lassen. Die Geräte sollen lange genutzt werden und über die gesamte Lebenszeit sauber sein. Ein stabiles, glattes Gehäuse und abwischbare Tasten sind zu empfehlen. Man sollte die Reinigungs-Spezifikationen des Herstellers mit den eigenen Reinigungsmitteln und Vorschriften vergleichen. Sonst kann es zu Verfärbungen oder sogar Materialschäden führen, die der Hersteller nicht ersetzt.

Einstellungen

Die Vergrößerung bestimmter Bildausschnitte erlaubt eine genauere Untersuchung bestimmter Regionen. Dies kann vor allem bei großen Scanvolumen sinnvoll sein, wenn nur eine relativ kleine, tiefliegende Region von Interesse ist. Der Sequenz Loop dient zur Untersuchung von Bewegungsabläufen und erlaubt die genaue Untersuchung von Veränderungen bei z.B. Farb-Doppler-Untersuchungen. Voreinstellungen für bestimmte Anwendungen beziehen sich meist auf die Gewebeart und sind heute in den meisten Ultraschallgeräten vorhanden. Diese Voreinstellungen lassen sich häufig auch durch die Anwender verändern.

Dokumentation

Die Speicherung der Diagnosedaten für die Patientenakte ist unerlässlich. Daher sollten die Patientendaten, das Datum, die gemachten Notizen und Anmerkungen zusammen mit der Markierung im Bild direkt auf dem Ultraschallbild sichtbar sein.

Anschlüsse

Um die Daten zu sichern, kann es sein, dass sie ausgedruckt oder digital gespeichert werden. Hierzu sollten die entsprechenden Anschlüsse vorhanden sein. Gerade im niedergelassenen Bereich sollte man darauf achten, dass das Ultraschallgerät die Daten in lesbarer Form abspeichern kann. Zum Beispiel unter Nutzung eines USB-Sticks oder einer direkten Verbindung mit dem Computer. Dass der Computer die Bilder problemlos verarbeiten kann, sollte auf jeden Fall vorher getestet werden.

Servicevertrag

Serviceverträge werden von fast allen Anbietern von Ultraschallgeräten angeboten. Hier ist darauf zu achten, wie die jährliche elektrische Prüfung und STK abgedeckt sind. Auch die Reaktionszeit im Falle eines Geräteausfalles sollte festgelegt sein und ob es in diesen Fällen den Anspruch auf ein Ersatzgerät gibt. Je besser der Service in diesen Fällen, desto teurer der Servicevertrag. Daher sollte man sich vorher überlegen, was man genau benötigt.

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